Wirtschaft

Ratingagenturen stützen Euro-Strategie – OECD sorgt sich um die USA und EU

Ein positives Signal für die Euro-Zone kam diesmal direkt von den Rating-Agenturen. Die großen Drei, Moody’s, Standard & Poor’s und Fitch, bewerteten den Euro-Rettungsschirm EFSF nach den Beschlüssen der Staats- und Regierungschefs auf dem Gipfel letzten Mittwoch mit der Bestnote AAA. Laut EFSF-Chef Klaus Regling zeige die Bestätigung der höchsten Kreditwürdigkeit „das Vertrauen in die Strategie der Euro-Zone, um die Finanzstabilität wieder herzustellen“.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geht dem entgegengesetzt allerdings von einem noch geringerem Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr aus als bislang erwartet. Der Euro-Raum werde der OECD zufolge nur noch um 0,3% wachsen. Die Prognose vom Mai dieses Jahres lag noch bei 2,0%. Als Grund für die deutlich geringeren Erwartungen nannte die OECD vor allem die Staatsschuldenkrise. „Ein Großteil der derzeitigen Schwächephase ist auf einen generellen Vertrauensverlust in die Fähigkeit der Politik zurückzuführen, angemessene Antworten zu platzieren.“

Die OECD empfiehlt als kurzfristige stimulierende Maßnahme Zinssenkungen in der Eurozone. Die EZB hatte in diesem Jahr bereits mehrfach die Zinsen angehoben, um die hohe Inflation zu bekämpfen, dadurch aber wiederum das Investitionsklima geschwächt. Die hohe Inflation kam maßgeblich aufgrund gestiegener Energiepreise (Erdöl und Erdgas) sowie allgemein der stark gestiegenen Spekulation mit Rohstoffen zustande. Eine direkte Eindämmung dieser Praktiken gelang indes bislang noch nicht. Die OECD empfiehlt zudem den Zentralbanken, weiterhin ausreichend Liquidität bereitzustellen, um die Spannungen an den Finanzmärkten zu dämpfen.

Die OECD senkte auch die Erwartungen für die USA im kommenden Jahr. Statt 3,1% Wachstum, wie noch im Mai erwartet, geht die Organisation nun nur noch von 1,8% Wachstum in 2012 aus. Die Wachstumsprognose für die 20 führenden Volkswirtschaften (G20) liegt bei 3,8%.

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