Technologie

Raumfahrt: Russland wittert hinter Pannenjahr 2011 ausländische Sabotage

Das Jahr 2011 ist für die russische Raumfahrt ausgesprochen wechselhaft verlaufen: So wurde 2011 anlässlich des 50. Jahrestags des weltweit ersten Weltraumflugs von Juri Gagarin das „Jahr der russischen Raumfahrt“ gefeiert. Mit 35 Starts von russischen Trägerraketen gab es auch so viele wie nie zuvor. Allerdings schlugen von diesen mit fünf Fehlstarts auch eine größere Anzahl als sonst fehl. Insider aus der russischen Raumfahrtindustrie machen jahrzehntelang aufgelaufene Entwicklungen dafür verantwortlich, vor allem Finanzierungsmangel, Personalabfluß und das Altern des gesamten Anlagenvermögens.

Man kann dies jedoch auch anders interpretieren: Der Leiter der Raumfahrtagentur Roskosmos, Wladimir Popowkin, vermutet Manipulationen. Es sei nicht auszuschließen, dass die gehäuften Fehlstarts 2011 durch technische Störungen von außen verursacht wurden. „Man wolle niemanden beschuldigen, aber es gibt heute sehr starke Mittel, um auf kosmische Apparate einzuwirken“, die Anwendung solcher Mittel sei „nicht auszuschließen“. Unverständlich seien demnach die „häufigen Ausfälle bei unseren Apparaten“, wenn sie sich im Funkschatten befänden, sodass die russische Seite den Apparat nicht sehen und von ihm auch keine telemetrischen Daten empfangen kann. So gebe es bislang auch noch keine Klarheit darüber, warum die Marschtriebwerke der Sonde Phobos-Grunt für den Weiterflug zum Mars nicht gezündet haben, so dass sie in der Umlaufbahn hängen blieb. Die Sonde wird vermutlich nun doch erst am 15. Januar 2012 auf die Erde zurückstürzen, zunächst war noch der 11. Januar berechnet worden.

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