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Redeangst überwinden – Christine Dreyer im Interview

Christine Dreyer, Presentation Bootcamp 2015, Redeangst

Redeangst kennen wir alle. Eine Rede vor einem Publikum halten zu müssen, verursacht bei den meisten Stress. Stress, den wir erst bewältigen müssen, bevor wir eine gelungene Präsentation halten können, weiß Christine Dreyer. Sie hilft Menschen dabei, Techniken zu erlernen, die uns diese Stresssituationen bewältigen lassen. Im Interview verrät sie, wie Redeangst entsteht und wie man mit Stresssituationen gekonnt umgehen kann. Auf dem Presentation Bootcamp 2015 leitet sie den Workshop „Souverän auf jeder Bühne – Lampenfieber abbauen und souverän präsentieren .

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Mit Christine Dreyer Redeangst überwinden

Hallo Frau Dreyer. Redeangst ist eine der meist verbreiteten Ängste. Was sind die Ursachen von Redeangst und was sind die Symptome?

Es gibt eher introvertierte Menschen, für die es einen starke Herausforderung ist, vor anderen einen Vortrag zu halten. Sie stehen nicht gern im Mittelpunkt. Das hat mit den eigenen Fähigkeiten, eine Präsentation zu halten, meist gar nicht viel zu tun. Außerdem haben manche Menschen in ihrer Vergangenheit sehr unangenehme Erfahrungen mit dem Reden vor Publikum gemacht. Sie sind zum Beispiel bloß gestellt worden. Schnell entsteht dadurch eine Angst vor der Angst, dass sie wieder so nervös werden und im schlimmsten Fall einen Black-out bekommen.
Die Betroffenen haben meist Angst, sich (wieder) zu blamieren oder einen Fehler zu machen. Dann fühlt man sich vor den Zuhörern unsicherer als im normalen Alltag, wenn man mit Einzelnen spricht. Die Symptome sind vielfältig: zitternde Hände und Knie, zittrige Stimme, trockener Mund, ein Gefühl, als ob der Kreislauf versagt und ein flaues Gefühl im Magen. Dies sind alles Stresssymptome.

Viele Menschen befällt die Redeangst schon bei dem Gedanken, gleich auf einer Bühne sprechen zu müssen. Was raten Sie diesen Menschen?

In jedem Fall sollte man zunächst einmal seine Rede sehr gut vorbereiten und sie nicht nur ein- sondern mehrmals üben. Dazu sollte man laut sprechen, damit man sich selbst und die eigene Stimme hört. Dann fallen auch die Dinge auf, die noch nicht so gut klappen. Dies kann man auch vor bereits vertrauten Personen tun, um sich ein Feedback einzuholen. Das ist zwar erstmal unangenehm, aber man hat sich der Situation schon einmal ausgesetzt. Das ist wie eine Generalprobe. Die „Aufführung“ ist dann oft weniger „schlimm“.
Außerdem kann man sich darauf besinnen, wann man sich souverän fühlt. Eine souveräne Körpersprache und Haltung lässt sich auf die bevorstehende Situation übertragen. Manchmal hilft das, sich etwas zu beruhigen.

Redeangst führt auch dazu, dass fachlich top-qualifizierte Leute weder souverän noch kompetent wirken. Was passiert da im Gehirn?

Das Gehirn schaltet auf den „Stress-Modus“ um. Es reagiert auf solche Stresssituation, wie auf andere Stresssituationen auch – in Sekundenbruchteilen ist der Mensch bereit, entweder zu kämpfen oder flüchten. Er ist dann nicht mehr in der Lage, klare Gedanken zu fassen, geschweige denn, die Vortragsinhalte zu präsentieren.
Dadurch fühlt man sich stark verunsichert, weil man natürlich Erwartungen an sich selbst hat und diese auch von seinen Zuhörern wahrnimmt.
Aber erst, wenn der Stress wieder nachlässt, kann man auch wieder klar denken und sprechen.

Sie schwören auf die PEP-Klopftechnik, um Redeangst zu überwinden. Wie funktioniert diese Technik?

Man beseitigt die genannten Stressgefühle, indem man bestimmte Körperpunkte beklopft. Das sind Akupunkturpunkte, die schnell zu einer Beruhigung der nervösen Gefühle führen.
Jeder, der solche Vortragsängste kennt, hat über sich selbst meist eine Reihe von negativen Urteilen und Glaubenssätzen wie z.B.:
„Ich werde es nie schaffen, ganz entspannt und gelassen meinen Vortrag zu halten.“ Oder: „Vorträge sind einfach nichts für mich.“
Auch solche negativen Überzeugungen und Glaubenssätze werden mit dieser Technik aufgelöst und durch positive Überzeugungen, wie z.B. „Ich habe viele spannende Dinge zu sagen. Es gelingt mir, bei meiner Präsentation fokussiert und ruhig zu bleiben“, ersetzt.

Was wollen Sie den Teilnehmern beim Presentation Bootcamp 2015 mit auf den Weg geben?

Ich möchte ihnen vermitteln, dass es nichts Ungewöhnliches ist, Redeangst zu haben. 80 % der Bevölkerung würde lieber sterben, als vor großem Publikum einen Vortrag zu halten. Aber dieser Stress muss nicht zwangsläufig sein. Er lässt sich recht schnell und zuverlässig beseitigen.
Außerdem ist es wichtig, dass Präsentieren wie ein Handwerk ist, das man lernen kann. Wenn man lernt, wie man eine tolle Präsentation hält und womit man sein Publikum begeistern kann, steht einem begeisternden Vortrag nichts mehr im Wege.
Liebe Frau Dreyer vielen Dank für das Gespräch. Ich wünsche Ihnen viel Spaß und souveräne Redner beim Presentation Bootcamp 2015!

 

Das Interview führte Katja Heumader, Redakteurin AGITANO.

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Christine Dreyer, Presentation Bootcamp 2015, Redeangst
Christine Dreyer weiß, wie man Redeangst überwinden kann (Bild: © Christine Dreyer)

Über Christine Dreyer

Christine Dreyer ist Auftritts-Coach, Schlaftrainerin und Speaker. Sie arbeitet mit Menschen in Führungspositionen, die bei Vorträgen und Präsentationen starkes Lampenfieber haben. Sie vermittelt ihren Klienten, wie sie mit einfachen Techniken ihren Redestress abbauen und souverän präsentieren können. Anschließend erfahren die Kunden, wie sie mit ihrer Präsentation die Zuhörer begeistern.
Auch im Schlaftraining geht es meist darum Stress abzubauen. Menschen mit starken Schlafstörungen erfahren, wie sie wieder erholsamen, tiefen Schlaf finden.
Als Speaker hält Christine Dreyer unterhaltsame und informative Vorträge zu den Themen:

  • Stell dein Licht mal auf den Scheffel – Selbstbewusste arbeiten erfolgreicher
  • Gute Nacht! Erholsam schlafen und tagsüber durchstarten
  • Souverän auf jeder Bühne – Selbstsicher und stressfrei zum Ziel
Claudia Zesewitz

Ein Kommentar zu “Redeangst überwinden – Christine Dreyer im Interview

  1. Menschliches Verhalten und Empfinden werden zu über 90 Prozent auf der unbewussten Ebene generiert. Anders ausgedrückt: Über 90 Prozent von allem was wir tun, macht unser Gehirn quasi ganz ohne uns. Und es fragt uns auch nicht, ob uns das gefällt, was es für uns tut. Das gilt auch bei Redeangst und Lampenfieber. Wer seine Redeangst überwinden möchte, sollte Sie sich mit den unbewussten Prozessen befassen. Denn auf der bewussten Ebene ist es für viele Betroffene durch Atemübungen, Entspannungstechniken, Autogenem Training, Rhetorik-Kursen usw. nicht möglich, ihre Schwierigkeiten aufzulösen. Ich halte es für reine Zeitverschwendung, es dann damit zu versuchen.

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