Wirtschaft

Reebok India könnte Adidas bis zu 125 Millionen Euro kosten

Das Management des adidas Konzerns veröffentlicht vorläufige Geschäftsergebnisse für das erste Quartal 2012, da diese wesentlich über den Markterwartungen liegen. Im ersten Quartal 2012 stieg der Konzernumsatz währungsbereinigt um 14% bzw. in Euro um 17% auf 3,8 Mrd. EUR. Die Wachstumsraten in China und Japan sowie bei TaylorMade-adidas Golf fielen höher aus als ursprünglich erwartet. Trotz eines Rückgangs der Bruttomarge um 0,7 Prozentpunkte auf 47,7% verbesserte sich die operative Marge um 1,1 Prozentpunkte auf 10,7%. Das Betriebsergebnis des Konzerns verbesserte sich um 30% auf 409 Mio. EUR. Aufgrund niedrigerer Finanzaufwendungen und einer niedrigeren Steuerquote erhöhte sich der auf Anteilseigner entfallende Gewinn um 38% auf 289 Mio. EUR.

Darüber hinaus gibt das Management bekannt, dass Unregelmäßigkeiten, die bei Reebok India Company entdeckt wurden, voraussichtlich eine Auswirkung auf den Konzernabschluss haben werden. Der derzeit geschätzte maximale negative Effekt könnte sich auf einen Vorsteuerbetrag von bis zu 125 Mio. EUR belaufen. Aufgrund der Sensibilität der laufenden Untersuchung werden Einzelheiten entsprechend zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben. Da diese Unregelmäßigkeiten nach derzeitiger Beurteilung bereits vor dem Geschäftsjahr 2012 vorgefallen sind, wird der Konzern gemäß den Anforderungen von IAS 8 eventuell eine Anpassung des Konzernabschlusses des Vorjahres vornehmen müssen. Der Jahresabschluss der adidas AG ist hiervon nicht betroffen. Das Management sichert den Stakeholdern des Konzerns zu, dass entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Interessen des Konzerns mit Nachdruck unternommen wurden und weiterhin unternommen werden. Hierzu gehört die bereits Ende März erfolgte Ernennung einer neuen Führungsmannschaft in Indien.

Unter dieser neuen Führung beabsichtigt das Management zudem, die Umstrukturierung seiner Geschäftsaktivitäten in Indien weiter zu forcieren. Hierzu zählen wesentliche Änderungen der Geschäftspraktiken. Dies könnte zu einem zusätzlichen negativen Einmaleffekt in den verbleibenden Quartalen des Jahres 2012 in geschätzter Höhe von bis zu 70 Mio. EUR führen.

Unter Berücksichtigung der besser als erwarteten Ergebnisse für das erste Quartal 2012, der sich fortsetzenden starken Dynamik der Konzernmarken in wichtigen Märkten sowie der Auswirkungen eines potenziellen negativen Einmaleffekts für 2012 aktualisiert das Management seine Prognose für das Gesamtjahr. Das Management geht nun davon aus, dass der währungsbereinigte Konzernumsatz für das Gesamtjahr 2012 um annähernd 10% steigen wird (bisherige Prognose: Anstieg im mittleren bis hohen einstelligen Bereich). Für den auf Anteilseigner entfallenden Gewinn wird eine Steigerung in Höhe von 12% bis 17% prognostiziert (bisherige Prognose: Steigerung um 10% bis  15%).

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