Kolumnen

Refresh yourself …

… aus der wöchentlichen Business-Kolumne von Ulrich B Wagner mit dem Titel "Me, myself and I – eine Reise in sich hinein und über sich hinaus".

   Heute:   Refresh yourself…
                 über mentalen Frühjahrsputz und andere Neuanfänge

 

Live out your imagination, not your history
(Stephen R. Covey)

Doesn’t matter how tough we are. Trauma always leaves a scar. It follows us home, it changes our lives, Trauma messes everybody up, but maybe that’s the point: All the pain and the fear and the crap. Maybe going through all of that is what keeps us moving forward, it’s what pushes us. Maybe we have to get a little messed up, before we can step up.
(Alex Karev, Grey’s Anatomy, Staffel 5)

 

Haben Sie sich einmal gefragt, nicht zuletzt auch wegen des Hinweises in der einen oder anderen meiner Kolumnen, wie häufig wir doch in unserem Leben in guter alter Buchhaltermanier mit unserem Kopf in der Vergangenheit feststecken und mit unserem Allerwertesten in der Gegenwart herumspazieren und somit quasi rückwärtsgewandt in Richtung Zukunft marschieren?

Oder haben Sie sich vielleicht auch einmal gefragt, was wohl mit all den ganzen Dingen passiert, die wir so mir nichts dir nichts jeden Tag ansammeln und mit denen wir es uns, freiwillig oder gezwungenermaßen, mehr oder weniger bequem machen in unserem Hinterstübchen?

Sind wir wirklich noch Herr bzw. Frau in unserem Haus, oder haben die vergangenen Erlebnisse, Niederlagen, Enttäuschungen und angeblichen Realitäten uns schon so sehr im psychischen Würgegriff, dass wir uns mehr von unserer Geschichte als von unserer Phantasie, unseren Träumen und unseren innersten Fähigkeiten leiten lassen?

Wie gehen wir eigentlich mit Niederlagen und Rückschlägen um? Oder um es auf den Punkt zu bringen: Wie halten wir es eigentlich mit unserer psychischen Hygiene?

Von klein auf lernen wir, uns zu mindestens am Morgen und am Abend die Zähne zu putzen, uns zu waschen und einigermaßen gepflegt das Haus zu verlassen. Einige von uns verabschieden die graue Jahreszeit in ihrem trauten Heim auch mit einem „gepflegten“ Frühjahrsputz.

Doch mit unserer mentalen Reinlichkeit oder Hygiene ist es in der Regel leider nicht so gut bestellt. Ich möchte an dieser Stelle auf keinen Fall den Eindruck vermitteln, dass ich die meisten von uns für mentale Messis halte, doch mit dem Aufräumen in Seele und Geist herrscht doch in der Regel ein enormer Nachholbedarf.

Um erfolgreich zu sein, müssen wir aber frei sein. Frei von Vergangenem, von Niederlagen und Rückschlägen. Wir dürfen uns nicht von unseren eigenen angesammelten Erinnerungen und Erlebnissen abhalten lassen, denn wie Zig Ziglar einmal so schön sagte: Du bist der einzige Mensch, der dich auf Dauer von etwas abhalten kann. Andere können dich nur vorübergehend stoppen.

 

 Wir müssen uns aber auch freimachen von einem urdeutschen Klima, das zu sehr auf Fehler und Versagen und damit in der Regel zu sehr auf Defizite fixiert ist – statt Chancen der Verbesserung und Weiterentwicklung zu betonen. Denn eine solch defizitorientierte Sichtweise auf das Leben kann nicht nur blockieren, sondern langfristig sogar krank und depressiv machen.

Wir sollten dagegen erkennen, dass Niederlagen sowohl zur sportlichen als auch zur persönlichen Entwicklung dazugehören und oft einen wichtigen Baustein für den nächsten Erfolg darstellen, wie es der Sportpsychologe der deutschen Fußballnationalmannschaft Dr. Hans Dieter Hermann einmal in einem Interview betonte.

Das bedeutet auch, sich frei zu machen von Selbstmitleid, Schuldgefühlen und einer Fixierung auf das Negative. Denn der innere Kritiker in unserem unaufgeräumten Hinterstübchen hat es sich so sehr schnell auf der Couch bequem gemacht und lässt in der Folge kein gutes Haar mehr an uns. Oder wie Nietzsche es einmal treffend auf den Punkt brachte: Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein (Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, Aphorismus 146)

Wir haben es in der Hand, ob unsere Geschichte uns lebt, oder wir die Geschichte für uns neu gestalten, oder wie ein weiser Mann einmal sagte: Man kann zwar kein neues Leben beginnen, aber täglich einen neuen Tag.

Vielleicht ist der nahende Frühling der richtige Moment, mit dem mentalen Aufräumen zu beginnen und es in der Folge zur täglichen Routine werden zu lassen. Unsere Gesundheit und unser persönlicher Erfolg werden nicht nur dankbar sein, sondern uns sogar belohnen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen erfrischenden mentalen Frühjahrsputz … 

Ihr Ulrich B Wagner

 

Zum Autor:

Ulrich B. Wagner, Jahrgang 1967, studierte Psychologie, Soziologie und Rechtswissenschaften an der Johann Wolfgang von Goethe Universität in Frankfurt am Main.

Er ist geschäftsführender Gesellschafter des Instituts für Kommunikation, Coaching und Managementberatung (ikcm) mit Sitz in Bad Homburg und Frankfurt am Main und gleichzeitig Dozent an der european school of design für Kommunikationstheorie sowie Werbe- und Konsumentenpsychologie.

Ulrich Wagner arbeitet als Managementberater und systemischer Coach mit den Schwerpunkten Business- und Personal Coaching, Kommunikations- und Rhetoriktrainings, Personalentwicklung, Begleitung von Veränderungsprozessen und hält regelmäßig Vorträge und Seminare.

Zu erreichen: via Website www.ikcm.de, via Mail uwagner@ikcm.de, via Xing, AGITANO-Expertenprofil und Facebook (Ulrich B Wagner).

 

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