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Rektorin der Universität Leipzig feierlich in ihr Amt eingeführt

Die Rektorin der Universität Leipzig, Prof. Dr. Beate A. Schücking, wurde am heutigen Dienstag, 31. Mai 2011, feierlich in ihr Amt eingeführt. Sie erhielt von ihrem Amtsvorgänger und Interimsrektor Prof. Dr. Martin Schlegel die Amtskette überreicht und sprach vor etwa 450 Gästen im Hörsaal 9 im Hörsaalgebäude am Campus Augustusplatz über ihre Zukunftsvorstellungen für die Leipziger Universität.

"Ich wünsche Professorin Beate Schücking als neuer Rektorin der Universität Leipzig für Ihre Amtszeit viel Erfolg, Weitsicht, Tatkraft und viele Ideen. Ich versichere Ihnen, die Sächsische Staatsregierung ist Frau Schücking und der Universität Leipzig ein verlässlicher Partner. Um die hervorragende Position der Universität Leipzig im nationalen und internationalen Wettbewerb der Hochschulen weiter zu stärken, haben wir in den Campus Augustusplatz mehr als 200 Millionen Euro investiert", sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich in seinem Grußwort heute.

Auch Oberbürgermeister Burkhard Jung gratulierte der bereits seit dem 1. März 2011 amtierenden Rektorin, wünschte sich eine gute Zusammenarbeit und ein gedeihliches Miteinander in den kommenden Jahren. Er sprach von dem "alten Bund" zwischen der Stadt und Alma mater: "Leipzig braucht seine Universität, und die Universität braucht unsere Stadt." Jung wünschte sich, dass sich die Universität in das tägliche Leben der Stadt noch stärker einmischt und Stellung bezieht.

Anlässlich der Investitur stellte die Rektorin zudem die am 12. April gewählten Prorektoren vor. Prof. Dr. Claus Altmayer, Prorektor für Bildung und Internationales, Prof. Dr. Matthias Schwarz, Prorektor für Forschung und Nachwuchsförderung sowie Prof. Dr. Thomas Lenk, Prorektor für Transfer und Entwicklung, erhielten heute ihre offiziellen Urkunden. Gleichzeitig verabschiedete Professor Beate A. Schücking die früheren Prorektoren, die bis zum Tag der Wahl ihrer Nachfolger im Amt waren und somit ein ganzes Stück weit die neue Rektorin begleiteten: Prof. Dr. Wolfgang Fach, früherer Prorektor für Studium und Lehre, Prof. Dr. Martin Schlegel, früherer Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs sowie Prof. Dr. Robert Holländer, früherer Prorektor für strukturelle Entwicklung. Ganz besonders dankte die erste Rektorin der Universität Leipzig ihrem Vorgänger und Interimsrektor Prof. Dr. Martin Schlegel: "Er hat sich außerordentlich eingesetzt für die Universität – gerade in der Zeit der Exzellenzinitiative", betonte sie. Prof. Schlegel, der vor ihrem Amtsantritt amtierender Rektor war, habe sie viel zu verdanken.

"Grenzen überschreiten" – unter diesem Titel hielt Rektorin Schücking ihre Antrittsrede. Ausgehend vom Leitmotto "Aus Tradition Grenzen überschreiten" stellte sie die aus ihrer Sicht aktuell zu überschreitenden Grenzen für die Leipziger Universität dar. Aus verschiedenen Blickwinkeln diagnostizierte die Rektorin in ihren ersten Tagen an der Universität Leipzig fünf "Grenzbereiche", an denen es in den nächsten fünf Jahren zu arbeiten gelte. Die Alma mater solle sich weiterentwickeln, um künftig wieder eine führende Rolle unter den deutschen Universitäten einzunehmen, so Prof. Schücking.

 

So fragte sie ganz deutlich nach dem Nutzen, den die Universität Leipzig aus ihrer langjährigen und stolzen Tradition als international anerkannte Wissenschaftseinrichtung ziehen könne. Allein ein "rückwärtsgewandter Blick" reiche selbst bei der beachtlichen Zahl von 601 Jahren Existenz heute nicht mehr aus, führte die Medizinerin aus. Einen zweiten Grenzbereich, den es zu überwinden gelte, stellte sie bezugnehmend auf die "nationale Begrenzung" fest. Ein wichtiges Ziel sei es, die Öffnung der Universität weit über die Grenzen Europas hinaus zu forcieren und den Anteil von 10 Prozent ausländischer Studierender an der Gesamtstudentenzahl deutlich zu erhöhen.

Drittens – mit Blick auf die lokale Situation in Leipzig – möchte die Rektorin Partnerschaften vor Ort anregen. Ausgangspunkt seien die bereits bestehenden erfolgreichen gemeinsamen Projekte mit der Universität Halle oder auch der TU Dresden. Hier weitere Synergieeffekte zu finden und weitere strategische Partnerschaften zu planen, stellt Rektorin Schücking als Projekt für die kommenden Jahre vor.

Schließlich lenkte Schücking den kritischen Blick in die eigene Organisation, in die Strukturen der Universität als Institution. Sind diese wirklich erfolgversprechend organisiert? Gibt es Möglichkeiten,durch strukturelle Anpassungen den Tanker Universität Leipzig beweglicher und kommunikativer zu machen? Zugleich sagte sie jedoch: "Die Uni Leipzig stellt den Menschen, seine Zukunftschancen und deren aktive Gestaltung in den Mittelpunkt ihrer Entwicklung und Forschung." Ihre Studiengänge seien "menschenzentriert".

Mit Blick auf die in den kommenden Jahren notwendigen Einsparungen in Haushalt der Universität sagte sie, es müssten Strategien entwickelt werden, die Qualität von Forschung und Lehre trotzdem zu verbessern. Wie die Kürzungen durchgeführt werden, werde eine nur gemeinsam zu leistende Mammutaufgabe für die Universität als Ganzes werden. "Diese große und traditionsreiche Universität weiter zu entwickeln, ist eine Aufgabe, der ich mich gerne und mit Enthusiasmus gestellt habe", sagte die Rektorin abschließend.

Die in der Festrede aufgestellten "Grenzbereiche" sowie entstehende Fragen waren die Themen, die den Diskussionsstoff für die hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion unter dem Titel "Weltoffene Universität Leipzig – welche Handlungsstrategien brauchen wir?" boten.

Den Ausblick in die Zukunft übernahm Hochschulratsmitglied und Präsident der Leibniz-Gesellschaft a.D. Professor Dr. Ernst Rietschel einen Ausblick in die Zukunft der Universität Leipzig. Prof. Schücking stehe vor einem "wahrscheinlich steilen Berg", der auch Zukunftschancen biete. Sie habe den Mut und das Engagement, diesen Berg zu bezwingen. Er regte an, dass die Universität künftig noch mehr EU-Fördermittel in Anspruch nehmen sollte.

 

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