Technologie

Revolution: Neue Algorithmen vereinfachen 3D-Filmproduktionen

Bislang waren realistische 3D-Produktionen wie in dem Film „Avatar“ zeit- und kosteintensiv. Zwei Kameras müssen perfekt aufeinander abgestimmt und die Bilder übereinander gelegt werden, um einen realistischen Tiefeneffekt zu erzeugen. Die einfachere Möglichkeit, in 2D zu filmen und das Ergebnis anschließend am Computer auf 3D hochzurechnen, lieferte bislang allerdings nur eher mäßige Ergebnisse.

Die Arbeitsgruppe „Multimediale Informationsverarbeitung“ an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat nun eine neuartige Aufnahmetechnik entwickelt, die das 3-Dimensionale-Fernsehen revolutioniert. Dafür müssen lediglich normale Film-Kameras um spezielle Zusatz-Module erweitert werden. Projektleiter Dr. Ingo Schiller: „Neben dem 2D-Farbbild nehmen wir ein Tiefenbild auf, das die Entfernungen der Bildinhalte und auch Verdeckungsinformation enthält. Das heißt, man kann auch hinter Objekte sehen.“

Diese Zusatzinformationen aus einer Kombination aus aktiver und passiver Tiefensensorik ermöglichen mithilfe von speziellen echtzeitfähigen Algorithmen die automatische 3-dimensionale Berechnung der Aufnahmen, wodurch sich ein sehr realistischer Tiefeneffekt ergibt. Die Zusammenarbeit von Modul und Kamera wird dabei durch eine intuitive Kalibriersoftware automatisch geregelt. Schiller: „Die Filmproduzenten erhalten ihr 3D-Werk damit live am Set und können es sich sofort auf jedem 3D-fähigen Display vom Kino bis zum Smartphone anschauen.“

Der 3D-Effekt lasse sich durch die neue Technik auch frei skalieren. So könnte man künftig per Knopfdruck auf der Fernbedienung selbst entscheiden, wie stark er den 3D-Effekt zuhause ausfallen soll. Das Verfahren eigne sich auch für die nächste Generation von 3D-Displays, die keine speziellen 3D-Brillen mehr erfordern. In einem auf 18 Monate angelegten Projekt werden die Forschungsergebnisse nun zur baldigen Marktreife weiterentwickelt.

 

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