Panorama

Risiko Fachkräftelücke: Verschläft Deutschland seine Zukunft?

Volkswirtschaftlicher Schaden durch MINT-Akademikerlücke bei 16 Milliarden Euro in 2010 – Deutschland braucht jährlich mindestens 22.000 zusätzliche MINT-Studienanfänger – Sattelberger: Hochschulen müssen Pforten für Berufstätige öffnen

 

Der Fachkräftemangel in Deutschland bedroht immer mehr die volkswirtschaftliche Entwicklung des Landes. Allein in diesem Jahr wird der Schaden für die Wirtschaft aufgrund von 70.000 fehlenden Akademikern mit naturwissenschaftlich-technischem Hintergrund die gewaltige Summe von mindestens sechzehn Milliarden Euro – das sind stolze  230.000 Euro pro fehlenden Experten – verschlingen. Auf diese dramatische Entwicklung wies Thomas Sattelberger, Vorstandsvorsitzender der Initiative „MINT Zukunft schaffen“ und Personalvorstand der Deutschen Telekom AG, anlässlich der „Botschafterkonferenz“ der Initiative in Berlin hin und forderte von Politik, Bildungsträgern und Wirtschaft die Förderung des naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchses auszuweiten.

 

„Wir müssen beim Thema Fachkräftelücke einen Gang höher schalten. Deutschland läuft Gefahr, seine wirtschaftliche Zukunft zu verschlafen“, warnt Sattelberger: „Ich entwerfe dabei keine Schreckensszenarien, sondern spreche über ganz konkret vorhandene Bedrohungen“. Um die Fachkräftelücke auch nur annähernd schließen zu können,  brauche das Land jährlich zusätzlich etwa 16.000 MINT-Hochschulabsolventen. Bei einer Abbrecherquote von immer noch 30 Prozent müssten also etwa 22.000 junge Frauen und Männer sich in den Universitäten für mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer einschreiben. Sattelberger formuliert die von ihm geforderten zusätzlichen Anstrengungen mit einer konkreten Zielsetzung: „Da die Schülerzahlen demographisch bedingt weiter sinken werden, müssen wir mit aller Kraft dafür sorgen, dass die Hälfte, statt heute nur zwei Fünftel, eines Abitur-Jahrgangs auch ein Studium beginnt. Und ganz wichtig: Es müssen mindestens 40 Prozent von diesen statt heute nur 30 Prozent auch tatsächlich ein MINT-Studium aufnehmen.  Dafür müssen wir auch verkrustete Strukturen aufbrechen: So ist es ist schlicht fahrlässig und volkswirtschaftlich unvernünftig, dem studierwilligen Mechatroniker oder Industriekaufmann den Zutritt zur Uni zu erschweren.“

 

Auf der Berliner Konferenz diskutieren Repräsentanten der mehr als 3.600 MINT-Botschafter über Lösungen und gelungene Beispiele zur Förderung des naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchses in Deutschland. Unter dem Motto „Ideen für alle“ zeichnet die Initiative „MINT Zukunft schaffen“ in diesem Jahr zum ersten Mal ihre Botschafter für herausragenden Einsatz aus. Die zwölf ausgezeichneten MINT-Botschafterinnen und -botschafter zeigten eindrucksvoll, so Sattelberger, wie es gelingen könne, insbesondere Mädchen und Jugendliche mit Migrationshintergrund in Schule und Ausbildung für MINT zu begeistern.

 

 

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