Wirtschaft

Rohstoffkosten: Inflation hat sich im Juli wieder auf 2,4% erhöht

Die Teuerungsrate von Waren und Dienstleistungen ist im Juli im Jahresvergleich durchschnittlich um 2,4% gestiegen. Damit ist die Inflation wieder auf dem Zweieinhalb-Jahreshoch vom April 2011 angelangt und liegt den sechsten Monat infolge über der Zwei-Prozent-Marke, bei der die EZB die Preisstabilität noch gewahrt sieht. Höher war die Inflationsrate in den letzten Jahren nur in dem Rohstoff-Spekulationsjahr 2008, als Milliardensummen in den Finanzmärkten im Vorspiel der großen Krise aus dem Aktienmarkt flüchteten und massiv in die Spekulation mit Rohstoffen umgeleitet wurden. Damit wurde und wird das Regulativ des Preises, das sich durch Angebot und Nachfrage regelt, gezielt manipuliert. Die höheren Preise und Lebenshaltungskosten führen dann dazu, dass Unternehmensgewinne und Lohnzuwächse über diese spekulativen Mehrkosten an entsprechende Finanzjongleure umverteilt werden. (Zu dem Thema Spekulation ist keine Investition siehe u.a. den Artikel „Crashkurs 3: Spekulieren mit Rohstoffen“ in der Süddeutschen Zeitung.)

Im Juni lag die Teuerungsrate auf das Jahr hochgerechnet noch bei 2,3%. Preistreiber waren im Juli nun erneut Benzin und Heizöl mit zweistelligen Zuwachsraten, sowie die Gas- und Stromkosten, da viele Versorger ihre Preise zum 1. Juli erhöht haben. Einige Experten erwarten einen weiteren Anstieg der Teuerungsrate auf dann 2,8 bis 2,9% bis Ende des Jahres. Das liege daran, dass viele Unternehmen nun die gestiegenen Kosten weiterreichen wollen und damit ihre Preise ebenfalls anheben werden.

In Nordrhein-Westfalen und in Baden-Württemberg war die Teuerungsrate mit je 2,7% am höchsten. Ohne Mineralölprodukte hätte die Inflationsrate in Baden-Württemberg allerdings nur 1,9% betragen.
 

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