Energie & Umwelt

Russisch-amerikanische Kooperation zur Erschließung des arktischen Öls

Der US-Ölmulti ExxonMobil hat mit dem zu 75% staatlich kontrollierten Ölunternehmen Rosneft eine Vereinbarung zur gemeinsamen Erschließung der Arktis getroffen. Damit hat Rosneft einen Ersatz für den ursprünglich geplanten Partner BP (Großbritannien) gefunden. Vor rund drei Monaten hatten die vier milliardenschweren russischen Oligarchen Viktor Wechselberg, Michail Fridman, German Khan und Leonard Blavatnik, die hinter der „Alfa Group und Access Industries“ und deren Joint Venture TNK-BP stehen, den Deal zwischen BP und Rosneft wegen geltender Vertragsklauseln erfolgreich torpediert. Die Oligarchen fühlten sich beim Vertrag zwischen BP und Rosneft übergangen. Fridman fordert inzwischen eine Entschädigung von rund zwei Milliarden Euro von BP. Das Joint Venture TNK-BP ist Russlands drittgrößter Ölförderer, in dessen Aufsichtsrat auch Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder sitzt, der zugleich auch Aufsichtsratschef des Nord Stream Konsortiums ist.

Für die Förderung wollen Exxon und Rosneft ein Joint Venture gründen, an dem Rosneft 66,7% und Exxon den Rest halten soll. Im Gegenzug wird Rosneft zudem Zugang zu Exxon-Vorkommen im Golf von Mexiko und Texas erhalten. Russlands größter Ölförderer benötigt seinerseits die Technologie und das Knowhow zur Förderung in der Tiefsee sowie unter den schwierigen klimatischen Verhältnissen der Arktis. Zunächst werden Exxon und Rosneft 3,2 Milliarden Dollar in die Ölförderung in der arktischen Karasee investieren. Die gemeinsamen Investitionen in die gesamten Projekte werden auf 200 Milliarden bis 300 Milliarden Dollar sowie der Nutzeffekt auf rund 500 Milliarden Dollar geschätzt. Das Ölvorkommen allein in der Karasee wird auf rund 36 Milliarden Barrel Öl und auf insgesamt 110 Milliarden Barrel an Öläquivalenten geschätzt – das Vierfache der nachweislichen Reserven von Exxon weltweit. Allein für die Förderarbeiten an der Karasee seien dabei mindestens zehn Bohrinseln notwendig, von denen jede bis zu 15 Milliarden Dollar kostet. Insgesamt lagern in der Arktis schätzungsweise 13% der weltweiten Ölvorkommen und 30% der weltweiten Erdgasreserven. Russland beansprucht rund zwei Drittel der Arktis für sich. 2012 will Moskau einen Antrag auf die Erweiterung der Grenzen seines arktischen Festlandsockels mit entsprechenden Belegen bei der UN-Kommission einreichen.
 

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