Panorama

Russische Bauarbeiter randalieren wegen Alkoholverbot

Rund 500 russische Arbeiter haben im ostrussischen Wladiwostok rund 100 Sicherheitskräfte mit Steinen attackiert, weil auf ihrer Baustelle ein Alkoholverbot eingeführt wurde. Zehn Menschen wurden bei den Ausschreitungen verletzt, darunter vier Polizisten. Die Arbeiter, die überwiegend aus islamisch geprägten Ländern in Zentralasien stammen, wollten – für den westlichen Leser irritierend – das Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan in ihren Unterkünften mit reichlich Alkohol begießen. Als die Polizei das absolute Alkoholverbot auf der Baustelle durchsetzen wollte, seien die Arbeiter ausgerastet.

Russland säuft sich sukzessive zu Tode: Alkohol sei der wichtigste Faktor für die "starke negative Entwicklung" bei der Demographie – die Bevölkerungszahl ist in Russland seit 1993 von 149 Millionen auf 142 Millionen Menschen zurückgegangen. Die Lebenserwartung von Männern liegt mit 62,8 Jahren sogar unterhalb der Bangladeschs und 13 Jahre unter der in Deutschland. Die häufigste Todesursache in Russland sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufgrund bestimmter Trinkgewohnheiten. Danach folgen Todesfälle durch äußere Einflüsse wie Morde, Selbstmorde und Unfälle. Und auch von den Morden ließen sich 72% auf Alkoholmissbrauch zurückführen, von den Selbstmorden 42%.
 

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