Wirtschaft

Russland erkennt soziale Schieflage als Innovationshemmnis an

Der russische Vizeminister für Wirtschaftsentwicklung Andrej Klepatsch hat eine Wende in der sozialen Struktur der Gesellschaft gefordert. Andernfalls könne eine innovative Entwicklung der russischen Wirtschaft nicht überlebensfähig sein. Derzeit würden die Intellektuellen in Russland keine Mittelschicht bilden und Prognosen zufolge auch bis mindestens 2020 noch arm bleiben (0,2 Prozent der Familien in Russland besitzen 70 Prozent der Reichtümer). Klepatsch mahnt jedoch: „Die Wirtschaft kann nicht innovativ sein, wenn die Intellektuellen definitionsgemäß arm sind.“ Der Vizeminister weiter: „Wenn wir über Innovationen sprechen, bezieht sich das nicht darauf, wie viel Geld für Forschung und Entwicklung ausgegeben wird und wie aktiv unsere Unternehmen es einsetzen. Das ist eine Frage einer anderen sozialen Struktur der Gesellschaft, einer gewissen sozialen Wende. (…) Wenn wir dieses Problem lösen, dann werden wir eine Innovationswirtschaft und eine wirklich gerechte sozial stabile Gesellschaft haben.“ Deutschland liegt beim Thema soziale Gerechtigkeit in einem OECD-Vergleich von Anfang 2011 nur auf Platz 15 von 31 und unterhalb des Industrieländerdurchschnitts. An der Spitze des „Gerechtigkeitsindexes“ stehen wie immer die skandinavischen Staaten Island, Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland.
 

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