Technologie

Russland hat neue atomare Interkontinentalrakete getestet

Russland hat am Donnerstag eine neuartige U-Boot-gestützte ballistische Interkontinentalrakete vom Typ Liner getestet. Der Test verlief erfolgreich. Laut dem russischen Verteidigungsministerium wurde die Rakete von dem in der Barentssee untergetauchten Atom-U-Boot „Tula“ abgeschossen und schlug dann wie berechnet auf der anderen Seite Russlands in dem Testgelände Kura auf der fernöstlichen Halbinsel Kamtschatka ein.

Die Interkontinentalrakete zeichne sich dabei besonders durch ihre Schlagkraft aus: Sie sei zweimal so stark wie die Bulawa-Rakete, übertreffe „alle gegenwärtigen strategischen Feststoff-Raketen in Großbritannien, China, Russland, den USA und Frankreich“ und könne mit „einer 1,5- bis zweimal so hohen Anzahl atomarer Gefechtsköpfe bestückt werden wie die Bulawa-Rakete“. Mit seinen neuen Atomraketen begegne Russland den Versuchen, die Schlagkraft seiner Atomwaffen mit verschiedenen Maßnahmen wie dem Bau von Abwehsystemen auszuhebeln. Ende 2010 hatte die russische Tageszeitung Ria Novosti bereits den Test der Interkontinentalrakete RS-24 „Jars“ wie folgt betittelt: „Neue Interkontinentalrakete erhöht Durchschlagskraft des russischen Atomknüppels.“

Die für den Vergleich zitierte Bulawa-Rakete (Nato-Code: SS-NX-30) ist eine Dreistufen-Feststoffrakete, die mit sechs bis zehn individuell lenkbaren (atomaren) Überschall-Gefechtsköpfen mit einer Sprengkraft von je 100 bis 150 Kilotonnen bestückt werden kann. Die Reichweite beträgt bis zu 8.000 Kilometer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.