Panorama

Russland ist über die Weltherrschaftsansprüche von Google, Facebook und Apple besorgt

 

Andrej Massalowitsch, Leiter des Bereiches Konkurrenzaufklärung des russischen Unternehmens „Dialog-Nauka“, hat eine scharfe Analyse bzgl. der gegenwärtigen Internetgiganten Google, Facebook und Apple gewagt: „Pläne, die darauf abzielen, die Welt zu erobern, hat jedes der Unternehmen aufzuweisen. Google, Apple und Facebook haben jenes Niveau erreicht, da die weltweite Demokratie sie weder aktiv beeinflussen noch einschränken kann. Wenn sie etwas falsch machen, so erweist sich die Gesetzgebung einzelner Länder mitunter als nicht ausreichend, um ihnen Einhalt zu gebieten. Barak Obama gab neulich bekannt, dass er die Absicht habe, einen Gesetzentwurf einzubringen, der die Möglichkeit für eine Kontrolle über Facebook und Google bieten soll, damit die Rechte der amerikanischen Bürger auf Privatsphäre gewährleistet werden. Doch ich vermute, dass dies im Weltmaßstab nichts ändern wird. Diese Giganten werden sich nach wie vor weiter entwickeln.“

Auch sein Kollege Roman Romatschow, Leiter der russischen Aufklärungsagentur „R-Techno“, ist da ähnlicher Meinung: „Die sozialen Netze sind gewillt, die Rolle eines Weltherrschers zu übernehmen. Fast jeder Einwohner unseres Planeten von den mehr als 7 Milliarden Erdenbürgern kann das Netz aufsuchen und seine Gedanken in den Blogs hinterlassen. Die neuen Technologien haben sich in einen eigenartigen Spiegel unserer Gedanken verwandelt. Um zu herrschen, ist es erforderlich, die Gedanken der Menschen zu lenken, muss man es verstehen, sie zu kontrollieren, zu korrigieren und in das gewünschte Flussbett fließen zu lassen. Erinnern Sie sich an das berühmte Buch „1984“ von George Orwell? Gerade an ein solches Szenarium, in dem „der Große Bruder sieht dich“ möchten sie denn auch die Menschheit heranbringen.“

Die Kommentatorin Marina Wolkowa von der kremelnahen „Stimme Russlands“ führt die Fäden zusammen und geht sogar noch ein Stück darüber hinaus: „Doch Spaß beiseite, die Situation ist überaus ernst. Der „arabische Frühling“ hat gezeigt: Die Leader, die es nicht vermocht haben, das Netz zu zügeln, sind gestürzt worden. Somit müssen die nationalen Regierungen zügig auf die entstehenden Bedrohungen in den sozialen Medien reagieren. Und hier geht es bereits darum, nicht der „orangenfarbenen Pest“, sondern der sozialen Netzen, entgegenzuwirken, die die Weltherrschaft anstreben.“

Das sind warnende Worte, die man da aus Russland zu hören bekommt, vor allem wenn man sich zu der Reihe der besagten "Leader" zählt, die im Frühjahr 2011 im Maghreb gestürzt wurden, im Volksmund auch als Diktatoren bezeichnet. So zeichnet sich dann durchaus eine potentielle Bedrohung ab: Google, Apple und Facebook nehmen den momentanen Herrschern der Welt – Banken, Hedgefonds und Rating Agenturen – die Macht und krönen sich zum König der Welt. Da ist die Sorge in Russland durchaus verständlich. Gerade weil Russland seit Jahren vehement für progressive Menschenrechtspolitik, Demokratie und weltweiten Frieden eintritt, sollte man diese Worte nicht unbeachtet lassen.

Auch der designierte Friedensnobelpreisträger für 2013, Wladimir Putin, scheint die Bedrohung ernst zu nehmen. So kann man auch die Ankündigung vor einer Woche deuten, die Rüstungsausgaben für neue Waffen auf 580 Milliarden Euro zu steigern.

Aber auch ein Ausweichplan steht bereits in den Startlöchern, falls die Waffen nicht schnell genug eintreffen. Sollte nämlich das Trio aus Internetschurkenfirmen demnächst in Russland einmarschieren, ist man dort gewillt, in die Arktis auszuweichen. Dies sei auch der wahre Grund für das russische Säbelrasseln in den nordischen Gefilden und nicht, wie von einigen Medien kolportiert, die Gier nach Rohstoffen.

Alles in allem sollte man sich als Normalbürger momentan aber noch keine Sorgen machen. Bevor das Netztriumvirat nämlich Herrscher der Welt werden kann, müssen sie erst noch die kilometerdicken Mauern der glänzenden Menschenrechtsbastion Russland durchbrechen – und Russland ist gewillt, den menschenverachtenden Demokratietendenzen im Internet die Stirn zu bieten.

(sm und mb)

 

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