Energie & Umwelt

Russland und Island kooperieren bei geothermaler Energie

Die vulkanreiche Atlantikinsel Island ist mit 575 MW installierter Leistung (2009) gemessen an seiner Größe Weltmarktführer bei der Nutzung geothermaler Energie. Mit den geothermalen Kraftwerken werden 27% der Stromerzeugung bestritten. Die geothermale Wärme liefert zudem Heizung und Warmwasser für ca. 90% aller isländischen Haushalte, so dass insgesamt 60% der Primärenergie auf die Geothermie entfallen.

Nun haben Russland und Island eine umfassende Zusammenarbeit beim Ausbau der geothermischen Potentiale beider Länder beschlossen. Besonders Russland hat seine Potentiale bislang noch kaum erschlossen: Auf der Halbinsel Kamtschatka wurde die erste russische geothermale Energieanlage mit einer Kapazität von 12 MW zwar bereits 1966 in Betrieb genommen. Derzeit existieren auf Kamtschatka allerdings nur zwei weitere Anlagen mit Kapazitäten von 62 beziehungsweise 12 MW.

Die Bedeutung der Geothermie für die Wärme- und Stromerzeugung nimmt weltweit kontinuierlich zu. Zum Jahreswechsel 2009/2010 waren weltweit 50,6 GW an thermischer Leistung (Heizung und Warmwasser) sowie 10,7 GW an Kraftwerksleistung zur Stromerzeugung installiert. Das entspricht einem Wachstum von 60% beziehungsweise 20% im Fünfjahresvergleich. In Deutschland waren zu Beginn des Jahres 2010 rund 2,5 GW an thermischer Leistung zur Wärmeerzeugung installiert, zur Stromerzeugung waren es hingegen erst 8 MW. Laut einer Prognose des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) wird die installierte Leistung für die Stromerzeugung im Jahr 2020 auf 625 MW anwachsen.

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