Technologie

Russland will nuklearbetriebene Weltraumrakete bis 2018

Russland hat zwölf Millionen Euro für die Simulation eines nuklearen Superantriebs für Weltraumraketen bewilligt. Die Austrittsgeschwindigkeit des Schubstrahls aus Wasserstoff ließe sich mittels eines Nuklearreaktors von der derzeitigen physikalisch bedingten Obergrenze von rund 4.500 m/sek auf über 9.000 m/sek steigern. Dadurch würde sich die Flugdauer zu unserem Nachbarplaneten Mars von derzeit 250 Tage um mindestens die Hälfte verkürzen. Bis 2018 soll für 500 Millionen Dollar ein Prototyp der neuen Rakete entwickelt werden. Derweil steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass (Test-)Affen die ersten irdischen Bewohner sein dürften, die den roten Planeten besuchen werden, um die kosmische Strahlung während des langen Fluges besser untersuchen zu können. In zwölf bis 14 Jahren will Russland dann auch das erste Land der Welt sein, das Menschen zum Mars schicken wird. Kritiker halten dem nuklearen Raketenantrieb die erheblichen Risiken entgegen. Bei einem ähnlichem Fehlstart wie bei dem US-Space-Shuttle Challenger 1986, das in zehn Kilometer Höhe explodierte, wären wohl große Teile des Weltraumbahnhofs Kennedy Space Center nuklear verseucht worden. Ein Auseinanderbrechen in 60 Kilometer Höhe, wie bei der Raumfähre Columbia im Jahr 2003 würde hingegen das radioaktive Material entsprechend weiträumiger verteilen und könnte eventuell sogar globale atmosphärische Belastungen herbeiführen. Derlei Befürchtungen werden von russischer Seite nicht geteilt. Der Präsident der Russischen Akademie für Astronautik, Anatoli Korotejew: „Nuklear angetriebene Raketen sind unbedingt nötig, wenn man die Raumfahrt in eine neue Etappe führen will.“

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