Wirtschaft

Russland zeichnet düsteres Bild und plädiert für ein neues Wachstumsmodell

Der russische Ministerpräsident Putin hat am Rande des Investmentforums „Russland 2012“ ein düsteres Bild der globalen Wirtschaft gezeichnet. Die Instabilität habe einen anhaltenden Charakter angenommen und berge die Risiken für eine neue globale Rezession. „Keine der Ursachen der jetzigen finanziellen Erschütterungen ist bisher beseitigt worden. Mehr noch: Die Krise von 2008 kommt in ein neues Stadium und deckt große und tief liegende Probleme auf.“ Dazu zählen laut Putin die Disbalancen im aufgebauschten Finanzsektor sowie die Schuldenkrise von Unternehmen und ganzen Staaten. Die Ursache lokalisiert Putin in der Anarchie der Finanzmärkte: Die Spannungen in den Finanzsystemen Europas und der USA würden das Systemrisiko für die gesamte globale Wirtschaft vergrößern.

Mit Blick auf die Zukunft folgerte Putin: Die Dominanz bestimmter Länder in Politik und Wirtschaft, die rund fünf Jahrhunderte gedauert habe, gehe zu Ende, während die Länder des asiatisch-pazifischen Raums an Bedeutung gewinnen. Entsprechend kritisch ging er auch mit dem derzeitigen ausschließlich auf das Wachstum ruhenden Wirtschaftsmodells in Gericht: „Es wird immer offensichtlicher, dass die Risiken für eine weitere globale Rezession weiter bestehen, während die Überwindung der Krise und die Entwicklung eines neuen Wachstumsmodells eine bedeutend längere Zeit in Anspruch nehmen können.“

Der stellvertretende Minister für Wirtschaftsentwicklung der Russischen Föderation Andrej Klepatsch hatte im Juli 2011 bereits eine neue schwere Weltwirtschaftskrise für die Zeitspanne 2018/19 prognostiziert. Zuvor dürfte aber bereits die US-Volkswirtschaft in den Jahren 2013/14 drastisch unter Druck geraten und die globale Wirtschaft schwer belasten.
(mb)

 

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