Energie & Umwelt

RWE will mit Gazprom gemeinsam Kraftwerke bauen und betreiben

Der deutsche Energieriese RWE und der russische Gasmonopolist Gazprom haben in einem Memorandum of Understanding eine Zusammenarbeit vereinbart. Die Details sollen innerhalb der nächsten drei Monate verhandelt werden. Ziel ist es, in einem Gemeinschaftsunternehmen Kraftwerke (vor allem Gas- und Kohlekraftwerke) in Deutschland, Großbritannien und den Benelux-Ländern zu bauen und auch bestehende zu betreiben. Erst im Juni hatte Gazprom Deutschland aufgrund des Atomausstiegs und desdamit  vorerst steigenden Gasbedarfs als den „attraktivsten Markt“ bezeichnet. Der russische Konzern will seine Rolle in Europa von einem reinen Gaslieferanten ausbauen und zunehmend auch weitere Schritte der Wertschöpfungskette besetzen, beispielsweise mit eigenen (Gas-)Kraftwerken. RWE wiederum benötigt dringend Kapital zum Schuldenabbau und für eine Neuausrichtung der eigenen Kapazitäten, die sich sinnvoll in die Energiewende einbetten (RWE: Umsatz 2010: 53,3 Mrd. Euro, Gewinn nach Steuern: 3,6 Mrd. Euro, Gesamtverbindlichkeiten: 75,7 Mrd. Euro / Gazprom steigerte seinen Gewinn 2010 um 24% auf 23,8 Mrd. Euro). Allerdings steht noch das Votum des Kartellamtes aus, das diesen Zusammenschluss skeptisch sieht. Einen Zusammenschluss von RWE und Gazprom „müsste man sich unter kartellrechtlichen Gesichtspunkten genau ansehen“.

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