Wirtschaft

Saab beantragt Gläubigerschutz und Zwangsverwalter

Die schwedische Traditions-Autoschmiede Saab mit rund 3.700 Beschäftigten steckt seit Monaten in großen finanziellen Schwierigkeiten. Seit April hatten die Zulieferer immer wieder ihre Lieferungen eingestellt, weil die Rechnungen nicht mehr bezahlt werden konnten. Saab hatte sich daraufhin um Millionenspritzen aus China und Russland bemüht, um die Produktion aufrechterhalten zu können.

Im ersten Halbjahr 2011 hat sich der Verlust für Saab bereits auf 224 Millionen Euro summiert, geschürrt durch die regelmäßigen Produktionsausfälle seit April. Nun hat Saab Gläubigerschutz beantragt, um das bedrohlich näher rückende Aus mit einem Zwangsverwalter abzuwenden. Mit dem im Schwedischen als „Unternehmenssanierung“ deklarierten Gläubigerschutz wäre der Autobauer vorerst vor möglichen Insolvenzanträgen geschützt und könnte versuchen, das Unternehmen mit dem Zwangsverwalter an der Spitze neu aufzustellen. Zugleich tritt damit auch ein staatliches Garantiesystem für Löhne und Gehälter in Kraft.

Der Chef des niederländischen Sportwagenhersteller Spyker Cars, Victor Muller, der Saab 2010 übernommen hatte, nach dem dieses 2009 aus dem Mutterkonzern General Motors herausgelöst wurde: Angesichts der „begrenzten finanziellen Ressourcen“ sei eine „freiwillige Rekonstruktion“ die beste Lösung. Die freiwillige Rekonstruktion werde Saab die nötige Zeit verschaffen, das Unternehmen zu stabilisieren und kurz- und langfristig nötige Mittel zu beschaffen. Da die chinesischen Autofirmen Pang Da und Youngman zusammen 250 Millionen Euro bereitstellen wollen, sei die Zukunft durchaus optimistisch zu betrachten.
 

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