Wirtschaft

Saab steht ohne rettende chinesische Finanzpartner vor der Insolvenz

Der schwedische Traditionsautobauer Saab ist wieder akut vom Aus bedroht. Saab wurde erst Anfang 2010 vom zweitgrößten Autohersteller der Welt, General Motors (GM), an den kleinen niederländischen Sportwagenherstellers Spyker Cars verkauft. Allerdings stehen bereits seit einem halben Jahr die Bänder im westschwedischen Stammwerk Trollhättan wegen Geldmangels und hoher Schulden still. Gegen die drohende Pleite war eine Zusammenarbeit mit zwei chinesischen Partnern vorgesehen, die dringend benötigte Überbrückungsgelder hätten überweisen sollen. Wie Saab nun bekannt gab, wurde das vergangene Woche vorgelegte Übernahmeangebot durch den Autohersteller Youngman und das Großhandelsunternehmen Pang Da von den Schweden allerdings abgelehnt, da die beiden zugesagten Überbrückungsgelder zur Zahlung von Löhnen und Gehältern nicht überwiesen worden seien. Die Zusammenarbeit wurde somit aufgekündigt. Der niederländische Saab-Chef Victor Muller gab als entscheidenden Verhandlungspunkt an, dass Youngman und Pang Da die volle Kontrolle über das seit April stillliegende Unternehmen verlangen. Bis Ende dieser Woche entscheidet nun ein Gericht über den Abbruch des laufenden Sanierungsverfahrens und den Gang in die Insolvenz. Der Zwangsverwalter Guy Lofalk hat den Abbruch gegen den Willen Mullers beantragt, weil er ohne die zugesagten Überbrückungshilfen keine realistischen Überlebenschancen ohne eine Insolvenz mehr sieht.
 

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