Regionales

Saarland erweitert Förderung für Maßnahmen zur Energieeinsparung

Das saarländische Wirtschafts- und Energieministerium hat eine Novellierung des Förderprogramms "Klima Plus Saar" in Kraft gesetzt. Das Land fördert damit finanziell sowohl im privaten als auch im öffentlichen Sektor Projekte und Innovationen im Bereich der Energieeinsparung und unterstützt so die Nutzung Erneuerbarer Energien. Neben Vereinfachungen und Ausweitungen für die bisherigen zwölf Förderbereiche profitieren die Antragsteller von fünf neuen Fördertatbeständen:

  • Ersatz von Nachtstromspeicheröfen durch effiziente Zentralheizungssysteme mit 200 Euro je ordnungsgemäß entsorgtem Altgerät.

  • Fachgerechter Ersatz von Öl- oder Kohle- Einzelöfen durch effiziente Zentralheizungssysteme mit 300 Euro pro Gerät.

  • Der Einbau kleiner sogenannter Blockheizkraftwerke (= BHKW), die Wärme und Strom gleichzeitig produzieren, wird bis max. 20 Kilowatt elektrischer Leistung in Nichtfernwärmegebieten mit mind. 3000 Euro je Gerät bezuschusst. Der Zuschuss erfolgt in Ergänzung einer Bundesförderung und ist an eine sachgerechte Einbindung in die vorhandene Heizungsversorgung gebunden.

  • Die Warmwasserbereitung mit Solarkollektoren von mindestens 5 qm für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie 8 qm für Mehrfamiliengebäude wird pauschal mit 500 bzw. 800 Euro bezuschusst.

  • Der Anbau von Weiden, Pappeln, Birken, Erlen und Eschen zur Energiepflanzennutzung in sogenannte Kurzumtriebsflächen (= KUF) wird erstmals versuchsweise mit 1.000 Euro je Hektar gefördert (maximal 7,5 ha).

Seit April 2011 wurden in den bisherigen zwölf Förderbereichen bereits rund 800 Einzelprojekte von Privathaushalten, Unternehmen, Vereinen und Kommunen mit über 1 Million Euro gefördert.

Den höchsten Zuspruch verzeichnet bisher das Wärmedämmprogramm. Hier werden zukünftig auch vorhandene Dämmungen anerkannt, wenn der gesamte U-Wert der Außenwand die bisher bereits geforderten Werte in der Summe überschreitet. Neu ist auch die zusätzliche Förderung ökologischer Baustoffe mit einer weiteren Erhöhung des Grundfördersatzes um 50%.

Weitere häufig nachgefragte Fördertatbestände sind die Optimierung von bestehenden Heizungsanlagen über einen hydraulischen Abgleich mit 500 bis 1000 Euro sowie die PV-Förderung für pädagogische Einrichtungen mit max. 10.000 Euro.

Kommunen profitieren im Weiteren von Entwicklungskonzepten über effiziente Straßenbeleuchtung, Nahwärmeleitungen bis zu Wärmedämmmaßnahmen.

Aus Industrie und Gewerbe können nunmehr auch größere Unternehmen Förderungen in Anspruch nehmen. Sie profitieren etwa vom Einsatz neuer effizienter Motoren oder Nahwärmeleitungen aus industrieller Abwärme.

Kostenlose Energieberatung für alle Saarländer

Um den Zugang und die Information über die Förderprogramme so einfach wie möglich zu machen, bietet das saarländische Energieministerium über eine Telefon-Hotline eine kostenlose Energieberatung für alle Bürgerinnen und Bürger an, informiert so über konkrete Möglichkeiten zur Energieeinsparung und hilft bei der Antragstellung.

Unter der Hotline (06 81) 5 01-20 30 können sich Privatpersonen, Handwerksbetriebe und auch Entscheidungsträger der Kommunen zu technischen Möglichkeiten der Energieeinsparung, zur Erhöhung der Energieeffizienz, zur Nutzung Erneuerbarer Energien und zu den aktuellen Förderprogrammen informieren. Insbesondere zum saarländischen Förderprogramm "Klima Plus Saar" werden Fragen beantwortet. Die Hotline ist von Montag bis Freitag von 9:00 bis 12:00 Uhr und von 14:00 bis 17:00 Uhr besetzt.

Die Informations- und Beratungskampagne "Energieberatung Saar" wird im Auftrag des saarländischen Energieministeriums vom Institut für Stoffstrommanagement (IfaS) betreut und durchgeführt.

Land verknüpft ÖPNV mit E-Mobilität

Zudem will das Saarland im Sinne der Nachhaltigkeit auch neue Akzente setzen. Ziel ist es, das Saarland und langfristig den Großraum Saar-Lor-Lux zu einer Modellregion für nachhaltige Mobilität zu machen und dazu das Saarland als Testregion für den Einsatz moderner Antriebstechnologien aufzubauen. Daher hat das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit Partnern in der Region (DB Fuhrpark, VGS und IZES) ein Modellprojekt "e-Mobil Saar" entwickelt, das Elektromobilität und ÖPNV verknüpft und neue Servicequalitäten bieten soll. Das Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren und geht im Herbst mit dem Bau der Infrastruktur (Ladesäulen, E-Mobil-Standorte) an den Start. Präsentation ist am 15. September am "Tag der Energie" in der Saarlouiser Innenstadt. Landesweit werden dabei bis Anfang 2013 über 30 neue Ladestationen an ÖPNV-Verknüpfungspunkten entstehen (z.B. vor Bahnhöfen) und mit einem intelligenten E-Mobil-System verknüpft, das den Bürgerinnen und Bürgern die Verbindung von ÖPNV und Individualverkehr so einfach wie möglich machen soll. Dabei werden saarlandweit etwa 50 neue E-Mobil-Fahrzeuge zur Verfügung stehen, die über das E-Mobil-Netz der DB und den SaarVV direkt an den Bahnhöfen vorgehalten werden. Dieses Pilotprojekt e-Mobil Saar wird mit Bundesmitteln von 3 Mio. Euro finanziert und mit Landesmitteln flankiert.

Quelle: PM des saarländischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr

 

 

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