Saarland

Saarland: Modellprojekt „Frühe Hilfen – Keiner fällt durchs Netz“

Im Rahmen der Fachveranstaltung „Bilanz und Perspektiven der Frühen Hilfen im Saarland“ am 01.07.2013 hat der saarländische Minister für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Andreas Storm die Weiterentwicklung der Frühen Hilfen im Saarland vorgestellt. Der Bilanzbericht zum Modellprojekt „Frühe Hilfen – Keiner fällt durchs Netz“ belegt die Erfolge im Saarland. „Mehr als 1.450 Familien haben im Rahmen von über 14.150 projektfinanzierten Hausbesuchen seit Beginn des Modellprojektes Hilfe erfahren, um in ihrem Alltag und bei ihren Erziehungsfragen unterstützt zu werden“, erklärte Minister Storm. „79 Familienhebammen und sozialpädiatrischen Familienbegleiterinnen wurden insgesamt ausgebildet. In Relation zu den rund 7.000 Geburten im Saarland ist dies eine beeindruckende Betreuungsdichte.“

120 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren wurden in den Landkreisen zur Vermittlung des Elternkurses „Das Baby verstehen“ geschult. Durch die Weiterentwicklung und Flexibilisierung des Kurs-Angebotes kann heute besser auf die Bedarfe der Eltern eingegangen werden. Des Weiteren wurden alle Fachkräfte der saarländischen sowie angrenzenden Geburts- und Kinderkliniken im Erkennen von Risikokonstellationen geschult. Diese Schulungen werden auch weiterhin durchgeführt.

Minister Andreas Storm stellte zudem das neue KompetenzZentrum „Frühe Hilfen“ vor: „Ein wesentlicher Bestandteil des KompetenzZentrums ist es, die Kooperation zu verstetigen. Das KompetenzZentrum sichert die fachlichen Begleitung der saarlandweit einheitlichen Verstetigung der bisherigen Projektinhalte und der Weiterentwicklung der Frühen Hilfen.“ Ziel der Einrichtung eines KompetenzZentrums ist die Bündelung der Aufgaben wie der Implementierung eines einheitlichen, saarlandweiten Gesamtkonzeptes, der Qualifizierung, Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung und der fachlichen Weiterentwicklung und Steuerung in den Gremien der Frühen Hilfen.

Das KompetenzZentrum wird im Rahmen der Förderung der „Bundesinitiative Netzwerke Frühe Hilfen und Familienhebammen 2012 – 2015“ eingerichtet. Hintergrund der Bundesinitiative ist das neue Bundeskinderschutzgesetz, das 2012 in Kraft getreten ist und u.a. Frühe Hilfen und verlässliche Netzwerke schon für werdende Eltern sowie eine nachhaltige Stärkung des Einsatzes von Familienhebammen und der Netzwerke „Frühe Hilfen“ regelt. Das Saarland hat im Rahmen des Modellprojektes „Keiner fällt durchs Netz“ nicht nur im Vorfeld dieser gesetzlichen Regelung eine Vernetzungsstruktur und Hilfsangebote modellhaft erprobt, welche nun rechtlich bestätigt wurde. Vielmehr hat der erfolgreiche Projektverlauf im Saarland, gemeinsam mit den Ergebnissen von Projekten in anderen Bundesländern, die Schaffung der jetzt bestehenden gesetzlichen Regelung beeinflusst.

Kern des Gesetzes ist das in Artikel 1 neu geschaffene Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG). Das KKG regelt, dass und wie Eltern über Unterstützungsangebote in Fragen der Kindesentwicklung informiert werden. Es schafft Rahmenbedingungen für verbindliche Netzwerkstrukturen im Kinderschutz und legt mit der Bundesinitiative Netzwerke Frühe Hilfen und Familienhebammen 2012 – 2015 die Grundlage für die Förderung der Frühen Hilfen in den Bundesländern.

Der Bund fördert die Bundesländer im Rahmen der Bundesinitiative mit insgesamt 177 Millionen Euro bis 2015. Insgesamt bis zu 2.232.746 Euro erhält das Saarland als Förderung für seine Frühen Hilfen bis 2015. Abschließend wird zwischen dem Sozialministerium und den Landkreisen bzw. dem Regionalverband Saarbrücken Vertragsvereinbarungen unterzeichnet zur Weiterentwicklung des Landesprogrammes Frühe Hilfen mit den Gesundheitsämtern. Die Vertragsunterzeichnung ermöglicht, dass die Gesundheitsseite weiterhin ihre Aufgaben im Bereich der Frühen Hilfen erfüllen kann.

Hintergrund:

Das „Landesprogramm Frühe Hilfen – Keiner fällt durchs Netz“ wird seit Beginn des Jahres 2007 im Saarland gemeinsam mit den Landkreisen und dem Regionalverband Saarbrücken umgesetzt. Das Präventions- und Interventionsangebot der Gesundheits- und Jugendhilfe gewährleistet eine frühe und niedrigschwellige Unterstützung für Familien um die Geburt eines Kindes und fördert die Erziehungskompetenz junger Eltern.

(Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie Saarland)

Christoph Schroeder

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