Energie & Umwelt

Schadensersatzprozess um Deepwater-Katastrophe beginnt im Februar

Ein Bundesgericht in New Orleans wird von Februar 2012 an die mehr als 500 Schadensersatzklagen in Bezug auf die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vom April 2010 verhandeln. Damals führte die Havarie der Ölbohrinsel „Deepwater Horizon“ zu der schlimmsten Ölkatastrophe der US-Geschichte: Elf Arbeiter starben und über drei Monate lang flossen 780 Millionen Liter Öl ungehindert ins Meer. Die Schäden werden auf rund 40 Milliarden Dollar geschätzt. Drei Konzerne streiten derweil, wer die Hauptschuld an dem Desaster trägt: Der Ölmulti BP, der Dienstleister Halliburton und der Betreiber der Tiefseeplattform Transocean.

BP hat nun seinen damaligen Geschäftspartner Halliburton auf 20 Milliarden Dollar Schadensersatz verklagt – wegen der Kosten für die Beseitigung der Umweltschäden, entgangene Gewinne und weitere Kosten. Halliburton habe minderwertigen Zement verwendet und das Bohrloch auf dem Grund des Golfs von Mexiko nicht ordnungsgemäß abgedichtet.

Ein von Präsident Barack Obama eingesetztes unabhängiges Expertengremium kam bereits Anfang 2011 zu dem Ergebnis, dass keinem der drei genannten Firmen eine besondere Schuld zukäme. Vielmehr sei die ganze Branche verantwortlich zu machen, die insgesamt zu große Risiken eingehe. Die Technik für Ölbohrungen sei in den vergangenen Jahren wesentlich schneller vorangetrieben worden als die dazugehörigen Sicherheitsmaßnahmen. So habe auch jede der drei beteiligten Firmen eine Reihe von gefährlichen Schritten unternommen, um Zeit zu sparen, ohne die Risiken angemessen in Betracht zu ziehen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.