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Schleswig-Holstein: Bau des Offshore-Reaktionshafens auf Helgoland beginnt

Helgoland investiert in seine Zukunft. Am 6. Juli begannen offiziell die Arbeiten für den Offshore-Reaktionshafen im Südhafengelände. Den ersten „Spatenstich“ setzten Wirtschafts-Staatssekretär Dr. Frank Nägele, Landrat Oliver Stolz und Bürgermeister Jörg Singer. In den kommenden Monaten wird eine Fläche von 34.000 Quadratmeter saniert. Um die Finanzierung der Flächenherrichtung und des Hafens zu ermöglichen, stellt das Land allein 11,5 Millionen Euro aus dem Zukunftsprogramm Wirtschaft bereit. Die Windparkbetreiber wollen von Helgoland aus den Betrieb (Wartung und Service) der Windparks im sogenannten Helgoland-Cluster (circa 30 Kilometer nördlich vor Helgoland) organisieren. Dafür hat die Gemeinde rund 10.000 Quadratmeter Fläche für die nächsten 20 bis 30 Jahre verpachtet. Entsprechende Verträge wurden bereits unterzeichnet.

Helgolands Bürgermeister Jörg Singer zeigte sich erfreut: „Helgoland wird die erste Offshoreserviceinsel der Welt. Mit dem heutigen „Spatenstich“ geht das größte Investitionsvorhaben der Insel Helgoland seit dem Wiederaufbau in die Bauphase.“

Nach den Worten des Staatssekretärs sei der Ausbau der Hafenanlagen auf Helgoland ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zur Energiewende. Gleichzeitig erhalte die Insel ein weiteres, wirtschaftlich tragfähiges Standbein und profitiere von den positiven Synergieeffekten für Tourismus und Forschung. „Ich freue mich, dass bei den großen Herausforderungen dieses Projektes alle Beteiligten an einem Strang gezogen haben“, sagte Nägele und sicherte der Gemeinde weiterhin die Unterstützung des Landes zu, die Offs-hore-Windenergie auf Helgoland erfolgreich zu etablieren.

Rund 120 Servicetechniker werden für die Windparkbetreiber zukünftig auf der Insel leben, dazu kommen im Dienstleistungsbereich weitere Arbeitsplätze. „Diese Entwicklung wird auch unseren Tourismus beflügeln, im Bestand wurden alleine im letzten Jahr 200 Betten modernisiert und im Qualitätsstandard angehoben, in den nächsten Jahren stehen die Chancen gut, das Übernachtungsangebot um 200 neue Betten zu steigern erklärt Bürgermeister Singer. Tourismusdirektor Klaus Furtmeier unterstreicht: „Diese Ansiedlung auf einer relativ kleinen Fläche im Gewerbegebiet kann und wird Folgeinvestitionen im Tourismus nach sich ziehen, um den erfolgreichen Weg Helgolands als Urlaubsdestination weiter voranzutreiben. Allein in den letzten fünf Jahren wurden auf Helgoland annähernd 50 Prozent mehr Urlaubsgäste sowie 30 Prozent mehr Übernachtungen registriert.“

Bis Januar 2013 wird eine Fläche in der Größe von über acht Fußballfeldern (34.000 Quadratmeter) baureif gemacht. Zahlreiche Maßnahmen werden in den kommenden Monaten umgesetzt: Dazu zählt die Erschließung der Flächen für die Windparkbetreiber und der Bereitstellungsfläche für die Helikopter, der Rückbau von alten Bauschutthalden. Um die Erschließung der Gewerbegebiete sicherzustellen, werden zwei Straßen in das Gebiet gebaut. Außerdem wird – im Zuge des Flächenrecycling – das gesamte Gebiet in den kommenden Monaten von Kampfmitteln geräumt. Für diese Arbeiten hat die Gemeinde Helgoland die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) SÜDHAFEN HELGOLAND beauftragt. Die ARGE besteht aus den Firmen Eggers und HC Hagemann.

"Dies ist nun der dritte Auftrag, den wir auf Helgoland seit 2011 ausführen. Die Insel ist uns in dieser Zeit sehr ans Herz gewachsen. Wir freuen uns, an diesem für Helgoland so wichtigen Projekt beteiligt zu sein“, so Frank Nebel, Sprecher der ARGE.

Um alle Maßnahmen des Hafeninfrastrukturprojektes zu bündeln, haben die Gemeinde Helgoland und der Kreis Pinneberg die Hafenprojektgesellschaft Helgoland mbH (HGH) gegründet. „Im März 2013 wollen wir die Flächen an die Windparkbetreiber übergeben“, so Peter Singer, Geschäftsführer der HGH. Bis Mitte 2014 wird die Südkaje auf einer Länge rund 145 Metern ertüchtigt.

Zudem wird mit der Hafenentwicklung die bisher schwierige Situation mit der Ver- und Entsorgung gelöst. Der Güterumschlag wird aus dem Binnenhafen an die Südkaje verlegt, wo die Gemeinde eine eigene Umschlagsfläche sowie die Möglichkeit der Personenabfertigung erhält. Der Binnenhafen erhält damit die Chance, mit Kunst und Kultur entlang der Hummerbuden seinen besonderen Charme weiter touristisch auszuspielen.

„Mit den drei Standbeinen Tourismus, Forschung und Offshore ist die zum Kreis Pinneberg gehörende Inselgemeinde auf dem besten Weg, für die kommenden Generationen Helgoland in einen vitalen und hochattraktiven Standort in der Nordsee zu entwickeln“, ist sich Landrat Oliver Stolz sicher.

Das Gesamtinvestitionsvolumen der Maßnahmen beträgt rund 28 Millionen Euro.

 

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