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Schluss mit Superman! Wie Sie auf sich hören, anstatt übermenschlichen Idealen nachzujagen

Kennen Sie Superman? Was halten Sie von Superman, der alles kann und ganz toll ist? Wir wären gerne oft wie er, nur leider ist der Alltag anders. Den Superman gibt es nicht in Realität. Höher, schneller, weiter – ein Credo der heutigen Zeit. Wer gesund und glücklich leben will, muss nach dem inneren ICH schauen und auf sich hören. Nicola Fritze setzt sich in ihrem heutigen Beitrag im Rahmen ihrer zweiwöchigen Themenserie “Anders denken” mit dem Thema „Achtsamkeit“ auseinander und empfiehlt, mehr auf sich als auf andere zu hören anstatt übermenschlichen Idealen nachzujagen.

Einfach durchschnittlich sein – dass das unserer Seele sehr gut tun kann, habe ich in meinem letzten Beitrag „Erfolg können Sie üben!“ beschrieben. Denn keiner von uns ist in der Lage, all die Ideale zu erfüllen, die uns heute umgeben. Der perfekte Körper, die harmonische Beziehung, dazu Erfolg im Job und ein vielseitiges Privatleben. Das schafft ja noch nicht mal Superman auf Dauer!

Superman war gestern

Superman, Achtsamkeit, Nicola Fritze
Superman kann alles – Nur Superman ist nicht der Alltag. Besinnen Sie sich auf sich. (Bild: Stefan Bayer / pixelio.de)

Die Entscheidung, nicht fremdbestimmten Maßstäben hinterherhetzen zu wollen, ist freilich leichter gesagt als getan. Schließlich sind die Idealbilder unserer Zeit tief in unserem Denken verwurzelt. Und wo wir sie abwerfen, trägt unsere Umwelt sie immer wieder an uns heran. Das kann ganz schön gnadenlos sein – auch weil klar ist, dass niemand diese Ansprüche erfüllen kann, ohne irgendwann zusammenzuklappen.

Und selbst wenn es jemand könnte – Sie können es eben nicht! Um so wichtiger ist es, dass wir bewusst durch den Alltag gehen. Denn letztlich können wir fremdbestimmten Bildern nur dann begegnen, wenn wir ihnen bewusst unsere eigenen Vorstellungen und Wünsche entgegen setzen.

Das ICH zählt

Um das zu tun, müssen wir ein Gespür für das entwickeln, was wir gerade wollen. Dazu braucht es eigentlich nur drei grundlegende Schritte:

  1. Fühlen, wie es uns gerade geht.
  2. Daraus ableiten, was wir gerade wollen.
  3. Tun, was wir möchten.

Klingt unheimlich einfach, oder? Aber seien Sie mal ehrlich: Gibt es nicht unheimlich viele Momente im Alltag, wo wir genau entgegen dieser einfachen Regeln handeln? Mir fallen einige Beispiele ein. Zum Beispiel im Büro: Wie häufig haben Sie sich schon gezwungen, auch abends noch auf Ihrem Schreibtischstuhl sitzen zu bleiben – obwohl Sie müde waren? Obwohl Ihnen Ihr Rücken weh getan hat? Obwohl Sie sich nicht mehr konzentrieren konnten? Wo Sie geblieben sind, nur um zu bleiben?

Oder abends beim Ausgehen mit Freunden. Überlegen Sie mal: Wie oft sind Sie schon sitzen geblieben, obwohl Sie todmüde waren? Obwohl Sie das Gefühl hatten, jetzt gerne allein bleiben zu wollen?

Beide Situationen sind alltäglich. Und beiden Situationen ist gemein, dass wir uns anders verhalten, als wir eigentlich gerne würden. Warum? Weil wir denken, dass Menschen schlecht über uns denken, wenn wir das tun, was wir gerade gerne tun wollen. Dass die Kollegen denken: „Jetzt geht der schon“, obwohl sie selbst noch am Arbeitsplatz sitzen. Oder dass Freunde denken „Warum haut die denn jetzt schon ab? Wir sitzen doch gerade erst ein paar Stunden!“.

Den persönlichen Einklang finden

In diesen Situationen sind unsere Idealbilder stärker als unsere Bedürfnisse. Wir wollen Superman sein. Also lange arbeiten, obwohl wir eigentlich gar nicht mehr können. Weiter sozial sein, obwohl uns nach Alleinsein ist.

Es ist ein befreiender Schritt, wenn wir uns die Diskrepanz zwischen Superman und dem eigentlichen Ich bewusst machen. Folge ich gerade meinen Wünschen? Oder spiele ich Übermensch? Hier ein schärferes Bewusstsein für sich selbst zu entwickeln, ist der wichtigste Schritt hin zu mehr Gelassenheit und Zufriedenheit.

Probieren Sie es mal: Hören Sie mehrmals am Tag in sich rein. Fragen Sie sich: Mache ich eigentlich gerade das, was ich möchte? Oder mache ich das, was ich glaube tun zu müssen, um meinem Idealbild zu genügen? Machen Sie Schluss mit Superman! Denn Mittelmaß reicht auch.

Nicola Fritze / Motivation / Stress / Alltag, Egoismus, Aufschieberitis
Deutschlands Motivationsfrau und SHEnote-Speaker (© Bild: Nicola Fritze).

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Nicola Fritze

 

Über Nicola Fritze

Seit 2001 ist Nicola Fritze vielgefragte Rednerin und Trainerin zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Motivation. Ihre erfolgreichen Audio-Podcasts „Abenteuer Motivation“ und „Fritze-Blitz“ inspirieren seit 2006 regelmäßig über 30.000 Abonnenten. Sie gehören zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Hörsendungen zum Thema Persönlichkeitsentwicklung. Im Februar 2013 erschien ihr neues Buch „Motivier Dich selbst – sonst macht’s ja keiner!“ (SüdWest, 16,99 €). Darin zeigt Nicola Fritze 50 praxisnahe und effektive Methoden auf, wie Lebensfreude und Motivation langfristig zu steigern sind.

Weitere Informationen sowie ihre beiden erfolgreichen Hörsendungen finden Sie auf www.nicolafritze.de.

Oliver Foitzik

Ein Kommentar zu “Schluss mit Superman! Wie Sie auf sich hören, anstatt übermenschlichen Idealen nachzujagen

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