Panorama

Schreibblockade? Helfen Sie der Psyche auf die Sprünge!

Schreibblockade, Schreiben, Texten

Jeder Redakteur, Journalist, Texter und Autor kennt es: Diese Tage, an denen einfach kein sinnvoller Satz zustande kommen möchte. Man bastelt und feilt an Einleitungen, doch nichts ist gut genug, um publiziert zu werden. Diese Schreibblockade wird in den schlimmsten Fällen zu einer psychischen Belastung. Die Betroffenen werden mit einer Vielzahl von Ängsten konfrontiert. Denn es geht um mehr als eine simple Kreativitätslosigkeit… Was tut man also dagegen?

Jeder ist betroffen

Schon in Schule war man von diesem Phänomen betroffen. Eine wichtige Klausur, gute Vorbereitung, doch sobald man die Aufgaben zur Textanalyse vor sich sah, haben sich alle Gedanken in Luft aufgelöst. Entscheidet man sich für eine Karriere als Schreiberling sollte man sich psychisch darauf vorbereiten, dass es Zeiten gibt, an denen die Texte nicht einfach so aus den Finger fließen. Ein 500 Wörter Text, welcher einst innerhalb von Minuten geschrieben wurde, wird nun zu einer stundenlangen Herausforderung. Kommt dann auch noch Zeitdruck vom Chef hinzu, ist die psychische Belastung vorprogrammiert. Der Aufgabenberg wächst und wächst, der Druck steigt und die Schreibblockade geht ins Unermessliche. Wie durchbricht man diesen Teufelskreis?

Schreibblockade erkennen und beheben

Der wichtigste Schritt eine Schreibblockade zu beheben lautet: Erkennen und akzeptieren. Erst wenn dieser Schritt gemeistert wurde, kann es an die Bekämpfung der Ursachen gehen. Welche Arten von Schreibblocken gibt es?

Damit Sie wissen, wo Ihre Probleme beim Schreiben liegen, sollten Sie zunächst untersuchen, wann Sie von der Schreibblockade eingeholt werden http://www.teachsam.de/arb/texte_verfassen/arb_text_verf_3_8_2.htm : Bei der Planung oder bei der Formulierung? Bei Problemen in der Planung des Textes gibt es die Frühstarter und die Zusammenfasser.

Die Frühstarter

Wer sofort mit dem Schreiben beginnt, ohne einen rechten Plan sich zurecht gelegt zu haben, verliert sich schnell in seinem eigenen Chaos. Der Frühstarter hat einen super Schreibfluss, begegnet allerdings im Laufe seines Textes fehlenden Kausalzusammenhängen. Anstatt diese zu ändern und zu bearbeiten, wird weitergeschrieben. Weitere logische Zusammenhänge gehen dadurch verloren und er verstrickt sich in ein Gedicht aus zusammenhangslosen Wiederholungen.

Die Zusammenfasser

Fassen Sie gerne die gelesene Sekundärliteratur zusammen und schreiben darauf basierend Ihren eigenen Text? Insbesondere bei der Bearbeitung akademischer Texte kann man diesen Stil der Schreibblockade erkennen. Man liest Bücher, fasst die einzelnen Textausschnitte zusammen und möchte daraus seine eigenen Gedanken formulieren. Allerdings ist das der erste Schritt hin zu einer Blockade. Die Fülle an Zitaten blockiert die individuellen Ideen. Man entscheidet sich für das Paraphrasieren und endet, im schlimmsten Fall, mit abermals zusammenhangslosen Ideensträngen, welche die Bedeutung des ursprünglichen Textes vollkommen verloren haben.

Den Problemen in der Planung kann man leicht durch gezielteres Lesen der Quellen oder auch durch ein zuvor entwickeltes Schreibkonzept entgegentreten. Wie schaut dies aber bei der Formulierung aus?

Der Spätstarter

Man liest Quellen en masse, stellt Strukturen und Konzepte für das Thema auf und kommt einfach nicht zur Ausführung dieser. Der perfekte Spätstarter also. Das Problem: Durch das ständige Überlegen und strukturieren vergessen sie das Ziel beziehungsweise die ursprüngliche Fragestellung und verzetteln sich in ihrem geordneten Chaos.

Der Überkritische

„Ist das wirklich das was Du sagen willst? Willst Du das wirklich SO formulieren? Bist Du Dir ganz sicher?“ So oder so ähnlich könnte eine innere Stimme klingen, die Sie beim Schreiben stets kritisiert. Diese Kritik überträgt sich in einen durchbrochenen Schreibfluss, viele Pausen und Vergleiche mit „erfolgreicheren“ Textern. Die Formulierungen liegen auf der Zunge, doch durch die innere Kritik wird man an der Ausführung gehindert.

Der Anerkennungsabhängige

„Für wen schreib ich überhaupt? Wen möchte ich damit erreichen?“ Stellen Sie sich diese Fragen während des Schreibens kann es schnell zu einer Schreibblockade kommen. Der Schreiber benötigt Anerkennung des Geschriebenen. Am besten gelingt dies in Schreibgruppen, wo man sich über die individuellen Texte austauscht. Vertrauen in sich selbst ist hier die beste Strategie gegen eine Blockade.

Schreibblockade Ade!

Sie wissen nun, welche Art von Schreibblocke Sie einholt. Damit Sie zukünftige Blockaden problemlos überwinden, helfen Ihnen folgende Tipps dabei – nicht jeder Tipp ist auf jede Schreibblockade anwendbar.

  • Holen Sie sich ständiges Feedback über das Geschriebene.
  • Vertrauen Sie in Ihr Können.
  • Machen Sie Stichworte und reden Sie über das Thema.
  • Finden Sie den perfekten Adressaten.
  • Wechseln Sie den Ort zum Schreiben.
  • Schreiben Sie erst den Text und redigieren Sie zum Schluss.
  • Lesen Sie andere Texte zum gleichen Thema.
  • Seien Sie sich über die Aussage des Textes bewusst.
  • Assoziieren Sie – so verrückt wie möglich.
  • Gliedern Sie Ihren Text in kleine Bausteine.
  • Üben Sie Kritik an sich selbst – nobody’s perfect!
  • Holen Sie sich Inspiration aus themenfremden Quellen.
  • Gehen Sie in die Natur.
  • Üben Sie sich im Free-Writing.
Lydia Hagen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.