Energie & Umwelt

Schweiz lässt AKW Mühlberg wegen Sicherheitsbedenken vom Netz

Das Atomkraftwerk Mühlberg westlich von Bern bleibt aufgrund von Sicherheitsbedenken der Betreibergesellschaft BKW bis September abgeschaltet. In dieser Zeit sollen Sicherheitsnachbesserungen erfolgen.

Die größte Befürchtung ist ein Verstopfen der Wasserzuleitung im Falle eines extremen Hochwassers. Dadurch würde der Kühlkreislauf unterbrochen, mit der Gefahr einer nachfolgenden Kernschmelze (GAU). Daher wird nun eine verstopfungssichere Wasserversorgung gebaut und zudem die Hochwassersicherheit des bestehenden Pumpenhauses verbessert. Die schweizer Behörden legen den AKW-Betreibern den Sicherheitsbedenken und dem Risikopotential entsprechende Anforderungen auf, die teilweise über die deutschen Anforderungen hinausgehen. Im konkreten Fall müssen die Betreiber einen Nachweis für die Bewältigung eines 10.000 jährlichen Hochwassers erbringen.

Die Eidgenossen hatten Ende Mai vor den Eindrücken der Atomkatastrophe in Japan (11. März) den Atomausstieg bis 2034 beschlossen. Grund: Die Sicherheit der Bevölkerung habe absoluten Vorrang. Dabei sind die schweizer AKWs – genau wie ihre deutschen Gegenstücke – restlos unterversichert. In der Schweiz geht man bei einem GAU von Schäden bis zu 4.000 Milliarden Franken aus. Die Versicherungssumme beläuft sich hingegen nur auf 1,8 Milliarden Franken. Die Versicherungswirtschaft hatte im Mai bestätigt, dass das Risiko und die Schadenssumme bei einem GAU nicht in dieser Höhe versicherbar sei. Gebe es dennoch einen Versicherer, der dies versichern würde, dann würde der Preis für eine Kilowattstunde Atomstrom je nach Versicherungsmodell auf bis zu 2,36 Euro steigen und wäre damit um Potenzen teurer als sogar Solarstrom. Aufgrund der restlosen Unterversicherung und der dadurch geringeren Versicherungskosten für die Betreiber gibt es jedoch eine enorme Preisverzerrung, wodurch der Atomstrom zu billig angeboten wird und dadurch den Ausbau alternativer und konkurrierender Energiequellen behindert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.