Wirtschaft

Schweiz zeichnet auch mit Großbritannien Steuerabkommen

Nachdem das Bankenland Schweiz erst vor rund zwei Wochen mit Deutschland über die Ausgestaltung einer Abgeltungssteuer übereingekommen ist, folgt nun ein ähnliches Besteuerungsabkommen mit Großbritannien. So wird die Schweiz künftig für den britischen Fiskus Steuern in der Höhe von 27% auf Kapitalgewinne, 40% auf Dividenden- und 48% auf Zinserträge erheben. Das gilt für alle britischen Bürger, die keinen Wohnsitz in der Schweiz haben und ihre Konten nicht offenlegen. Damit ist dieses Steuerabkommen weitgehend analog zum Abkommen mit Deutschland ausgestaltet. Allerdings liegen die ausgehandelten Steuersätze leicht unter den eigenen britischen Grenzsteuersätzen. Im deutsch-schweizerischen Steuerabkommen beträgt der Steuersatz für alle Formen von Kapitalerträgen und -gewinnen sogar nur 26,375%. Steuerhinterziehern wird zudem die Möglichkeit zur Nachbesteuerung eingeräumt, indem sie entweder ihre Vermögenswerte in der Schweiz offenlegen oder anonym eine pauschal bemessene Steuer in der Höhe zwischen 19 und 34% entrichten (je nach Dauer und Höhe des Schwarzgeldes). Im Rahmen dieser Vergangenheitsbewältigung erhalten die britischen Steuerbehörden von den Schweizer Banken vorab eine Vorauszahlung von 500 Millionen Schweizer Franken. Deutschland hat eine analoge Garantieleistung über zwei Milliarden Franken erhalten.

Deutsche Steuerfahnder hatten allerdings Details des kürzlichen Abkommens mit der Schweiz kritisiert: Diese Ausgestaltung der Legalisierung von Schwarzgeldern liefe auf eine Amnestie für reiche deutsche Steuersünder hinaus. Je nach Schätzung liegen 130 Milliarden bis 180 Milliarden Euro an deutschen Schwarzgeldern in den schweizer Tresoren. Durch das Abkommen stehen nun die laufenden Ermittlungen und einer der größten Fahndungserfolge der vergangenen Jahre gegen tausende Großsteuerhinterzieher auf der Kippe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.