Wirtschaft

Schwere Krankheit führt immer öfter zu Überschuldung

Seelische und körperliche Erkrankungen führen in Deutschland immer mehr zur Überschuldung. Eine Überschuldung tritt definitionsgemäß dann ein, wenn man seinen finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, ohne die eigene Grundversorgung zu gefährden. Erkrankungen sind laut dem „Überschuldungsreport 2011“ des Hamburger Instituts für Finanzdienstleistungen (IFF) mittlerweile sogar der Hauptauslöser für jede zehnte private Überschuldung. Damit hat sich diese Ursache von fünf Prozent in 2005 auf nun mehr 10,5% erhöht. Die Zahlen verdeutlichen, dass gesundheitliche Beschwerden eine immer größere Bedeutung beim Auftreten ernsthafter finanzieller Schwierigkeiten spielen, so die Autoren der Studie. Insbesondere Personen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren seien durch krankheitsbedingte Überschuldung bedroht. Der häufigste Grund bleibt jedoch mit 31,2% der Fälle der Verlust des Arbeitsplatzes, vor Trennung und Scheidung mit 12,5% und dem gescheiterten Versuch, sich selbstständig zu machen (12,1%). Überzogenes Konsumverhalten wiederum würde entgegen der öffentlichen Darstellung nur bei rund 8,2% der Fälle die Ursache für eine Überschuldung sein.

Insgesamt existieren rund 3,15 Millionen überschuldete Haushalte in Deutschland. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen hatte in Deutschland im letzten Jahr – zeitverzögert zu den Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt – mit 106.300 den höchsten Stand seit 1999 verzeichnet. Dabei gingen die durchschnittlichen Verpflichtungen allerdings von 31.996 Euro im Jahr 2009 auf 27.132 Euro in 2010 und auf 23.244 Euro im ersten Quartal 2011 zurück. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit für Alleinerziehende in der Schuldenfalle zu landen am größten. Laut der Statistik liegt der Wert bei genau 20,1%. Allein lebende Männer haben ein Risiko von 15,8%, allein lebenden Frauen von 6,1%.

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