Kolumnen

Schwierige Zeiten für Deutschlands Energieriesen

Jahrzehnte lang galten sie als Sieger: die großen deutschen Energiekonzerne. Sie haben jedes Jahr viele Milliarden Gewinne eingefahren und immer mehr Energie verkauft. Faktisch waren die Großen Vier ( Eon, RWE, Vattenfall und EnBW) die Energie-Besatzungsmächte in Deutschland.

Mit 80 % der deutschen Energieversorgung besaßen sie ein Quasi-Monopol. Doch jetzt melden „Spiegel“ und „Süddeutsche Zeitung“ übereinstimmend, dass der größte der Großen, Eon, bis zu 10.000 Mitarbeiter entlassen muss.

Der Konzern sieht sich nun zu radikalem Sparen gezwungen. Deutschlands größter Atomkonzern leidet natürlich unter den Folgen des Atomausstiegs. Die rasche Wende bedeutet Milliarden-Ausfälle.

Trotz anderer Beteuerungen haben die alten Energieversorger bisher allesamt zu wenig in Erneuerbare Energien investiert und müssen jetzt mit den Folgen ihrer Verschlafenheit fertig werden. Die Energiekonzerne produzieren zurzeit weniger als ein Siebtel des deutschen Ökostroms.

Sechs Siebtel werden von Mittelständlern, Bauern, kleineren Firmen und Hausbesitzern gewonnen. Die Konzerne sind einfach nicht auf die Zukunft einer dezentralen Energieversorgung vorbereitet. Die Folgen der Verschlafenheit der Bosse müssen jetzt die Mitarbeiter tragen.

Die Gewerkschaften reagierten überrascht auf die Meldungen. Die Chefs schweigen – vielsagend. Eon beschäftigt derzeit etwa 85.000 Mitarbeiter und hatte 2010 einen Umsatz von 93 Milliarden Euro.

Ein Hoffnungsschimmer für die, die jetzt entlassen werden sollen: Die Branche der Erneuerbaren sucht dringend Fachkräfte auf allen Ebenen der Energiewirtschaft. Die erneuerbaren Branchen beschäftigen bereits 370.000 Mitarbeiter, Tendenz stark steigend.

Quelle: Franz Alt 2011

 

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