Wirtschaft

Serbien plant Beitrittsverhandlungen mit der EU für 2012

Serbien – seit 2000 mit dem Status eines potentiellen EU-Beitrittskandidaten – hatte sich im Dezember 2009 offiziell um eine EU-Mitgliedschaft beworben. Die EU hatte daraufhin zwei Hauptbedingungen für den Beitritt des Landes zur Europäischen Union gestellt: Die Herstellung eines Dialogs zwischen Belgrad und Prishtina (Kosovo) sowie die vollständige Zusammenarbeit Serbiens mit dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) bei der Verfolgung von Kriegsverbrechern. Mit der kürzlichen Auslieferung des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Mladic hat Serbien einen bedeutenden Schritt in Richtung Beitrittsverhandlungen mit der EU getätigt. Nun soll eine Normalisierung der Beziehungen zu der einstigen Provinz und inzwischen unabhängigen Republik Kosovo folgen – ebenfalls eine Voraussetzung für die Beitrittsverhandlungen, die nach dem Willen Belgrads Anfang 2012 beginnen sollen. Laut Präsident Tadic sollen innerhalb der nächsten 30 bis 40 Tagen „Vereinbarungen“ zu bestimmten Themen mit dem Nachbarland getroffen werden, vor allem zum Grenz- und Güterverkehr. Serbien hat die Unabhängigkeit des Kosovo vom Februar 2008 bislang noch nicht anerkannt. Die Wirtschaft Serbiens ist 2008 um 5,1 Prozent gewachsen, im Krisenjahr 2009 um 3,1 Prozent geschrumpft und 2010 wieder moderat um 1,5 Prozent gewachsen. Für 2011 und 2012 prognostiziert der IWF ein Wachstum von 3-4 Prozent, für 2013 sogar 4,5 Prozent. Die Staatsverschuldung lag Ende 2010 bei 41,8 Prozent des BIP. Neben einem bedeutenden landwirtschaftlichen Potential weist Serbien als Exportgüter vor allem Eisen und Stahl sowie Textilien und Gummiprodukte aus. Problematisch ist die zuletzt hohe Arbeitslosenquote von 19,2 Prozent (2010).
 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.