Wirtschaft

Siemens ändert Russlandstrategie von Wasser auf Gas

Siemens hält über ein Joint Venture 25% an dem russischen Kraftwerksspezialisten Power Machines des Unternehmers Alexei Mordaschow. Kerngeschäft ist dabei die Wasserkraft. Diese Kooperation soll nun umgebaut werden. Ziel ist Gas statt Wasser. Siemens plant offenbar, den bisherigen 25%-Anteil abzugeben und stattdessen ein Joint-Venture mit Power Machines einzugehen, dass sich auf den Bau von Gasturbinen konzentriert. Die Münchner sollen dabei mit 65% die unternehmerische Führung übernehmen. Die Investitionskosten dürften rund 100 Millionen Euro betragen. Dadurch soll der wachsende Markt für Gasturbinen, Gaskraftwerke und kombinierte Gas- und Dampfkraftwerke in den ehemaligen sowjetischen Staaten bedient werden.

Siemens hat erst im Mai 2011 mit der SGT5-8000H-Gasturbine in dem Kraftwerk Irsching 4 die bisherigen Rekorde bei Leistung und Wirkungsgrad gebrochen. Die Gasturbine ist auf eine Leistung von 400 MW im reinen Gasturbinenbetrieb und 600 MW im Gas- und Dampfturbinen-Betrieb ausgelegt. Im Testbetrieb wurde bei einer Leistung von 578 MW ein Wirkungsgrad von 60,75 Prozent erzielt. Die neue Generation der GuD-Kraftwerke verbraucht dabei ein Drittel weniger Gas pro erzeugter Kilowattstunde als die bisherigen Durchschnittsanlagen. Dadurch sinken gleichfalls auch die CO2-Emissionen um ein Drittel. Entwicklung, Bau und Betrieb der Prototypanlage hatte Siemens bis dato – im Vergleich zu Atomkraftwerken moderate – 500 Millionen Euro gekostet (Umsatz 2010: 75,98 Mrd. Euro, Gewinn nach Steuern: 4,11 Mrd. Euro).

 

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