Kolumnen

SMS von Che Guevara: Hasta la victoria siempre. Movil o muerte

„Me, myself and I – eine Reise in sich hinein und über sich hinaus“… aus der wöchentlichen Business-Kolumne von Ulrich B Wagner.

Heute: SMS von Che:
Hasta la victoria siempre. Movil o muerte

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In dem Augenblick, in dem ein Mensch den Sinn und den Wert des Lebens bezweifelt, ist er krank.
Sigmund Freud

Das Leben ist voller Leid, Krankheit, Schmerz– und zu kurz ist es übrigens auch …
Woody Allen

Das Leben ist die Krankheit zum Tode
Søren Kierkegaard

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Che Guevara und Fidel Castro beim Golfspielen / Bild: Alberto Korda – official photographer of Fidel Castro

Che Guevara liebte teure Rolex-Uhren, dicke Zigarren, die Revolution und war den schönen Dingen des Lebens trotz alledem (oder auch gerade deswegen) keinesfalls abgeneigt. Ein berühmtes Foto von Alberto Korda zeigt ihn zusammen mit Fidel Castro auf dem Putting-Green. Über diese Golfpartie der zwei Revolutionäre wurde lange Zeit gerätselt. Vielleicht ein Scherz unter alten Kampfgenossen, ein wenig Machogehabe, ein Fingerzeig oder am Ende doch ein Mischung aus allzu Menschlichem? Sei’s drum. Der Fotograf Alberto Korda beschreibt den Auslöser dieser Fotografie in seinem Buch „Cuba by Korda“ wie folgt: „One day, President Eisenhower made the front page of the New York Times after scoring a Hole-in-one during a golf match. In jest, Fidel asked Che to teach him how to play. Che knew how to play golf from his childhood in Argentina. Fidel asked me along to take some photos…“ Hier sehen wir es wieder einmal: Kommunikation ist Revolution.

Vielleicht hätte Che auch einen Faible für das I-Phone gehabt und hätte den finalen Put am 18ten Loch, bei einer seiner berühmten dicken Zigarre und einem Whiskey danach auf der Terrasse des Golfclubs postwendend auf seiner Facebook-Seite gepostet. Es gibt Menschen, die bleiben für immer jung, sie werden Ikonen, Messiasse, zieren über Generationen Poster und Kolumnen. Sie leben schnell und sterben noch schneller, um dann für immer da zu sein (Che Guevara, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Amy Winehouse usw.). Dies hat nebenbei auch noch den Vorteil, dass man gewissen Irr- und/oder Schwachsinn nicht mehr persönlich miterleben muss.

Anfang dieser Woche eine beängstigende Schlagzeile auf FOCUS-online: „Ursache für Kopfschmerzen. Oberster Betriebsarzt warnt vor dem „Handy-Nacken“…, um dann munter weiter zu machen: Immer mehr Arbeitnehmer klagen über starke Kopf-und Nackenschmerzen. Ein Grund dafür sei die häufige Nutzung von Smartphone, Blackberry & Co, erklärt der Präsident der deutschen Betriebsärzte. Folge sei der „Handy-Nacken“.

Dr. Wolfgang Panter, Präsident des Verbandes deutscher Betriebs- und Werksärzte sagte der „Bild“-Zeitung am Montag: „Immer häufiger klagen Arbeitnehmer über starke Kopf- und Nackenschmerzen. In vielen Fällen sind moderne Telefone der Auslöser dafür.“ Etwa beim Lesen von E-Mails würden Nutzer verstärkt eine gesundheitsschädliche Kopfhaltung einnehmen. „Durch den deutlich nach unten geneigten Blickwinkel wird die Muskulatur im Nackenbereich verstärkt belastet“, so Panter. Dies könne zu einem „Handy-Nacken“ führen. Vom SMS-Daumen und Tinnitus durch Dauerbeschallung ganz zu schweigen (siehe auch FOCUS-online vom 29.10.2012).

Das Handy kann nicht nur auch eine Waffe sein, sondern ist es in der Regel auch. Man muss es einzusetzen wissen. Und für Kinder sind Waffen eh kein Spielzeug. Sei’s drum.

Che hatte Asthma, von Nackenschmerzen, Tinnitus oder Zeigefingervergrößerung in Folge exzessivem Waffengebrauchs ist mir bisher jedoch nichts bekannt.

Ich für meine Person bekomme auch keine Kopfschmerzen durch einen Handynacken, sondern höchstens durch oben beschriebenen gequirlten Schwachfug, schlechtem Rotwein oder bescheuerten SMS, die man zu gewissen Stunden, Umständen oder als falscher Empfänger erhält.

In diesem Sinne nochmals Ches SMS auf Deutsch: Immer bis zum Sieg. Das Handy oder den Tod.

Revolution ist gefährlich. Kommunikation auch. Vor SMS, E-Mail, Twitter & Co. konnte man der Nachwelt höchstens mal einen peinlichen Liebesbrief hinterlassen. Aber bereits mit dem Anrufbeantworter kam das Unheil. Doch was kann man am Ende des Tages schon von einem Gespräch mit einer Maschine erwarten? Na klar: Nicht sehr viel mehr als Mist.

Man spielt nicht besoffen mit Waffen, und wem dies an dieser Stelle nicht reicht, hier ein Beispiel aus dem genialen Buch von Axel Lilienblum und Anna Koch: Du hast mich auf dem Balkon vergessen. Das Beste aus „SMSvonGesternNacht.de“, Rowohlt Verlag, rororo Taschenbuch zur Abschreckung.

04:32
Schatz, vermiss Dich.
Wann kommst Du denn endlich?

04:34
icg baly weg scjho. Sehr
sehr bald ist los gefasst macchen …!!!
etwa zen minute da bin ich ….
…….vida hoam
nix allaan lange mehr du bist
lib bar

09:42
Nach der Antwort war ich
Irgendwie froh, dass du nicht
gekommen bist. Bin dann
Eingeschlafen. Wo bist Du
Und geht es dir überhaupt gut?

->In diesem Sinne wünsche ich uns allen die Erkenntnis, wann wir unsere “Handywaffe“ besser in der Tasche lassen sollten.

Ihr Ulrich B Wagner   

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Über den Autor:

Ulrich B. Wagner, Jahrgang 1967, studierte Psychologie, Soziologie und Rechtswissenschaften an der Johann Wolfgang von Goethe Universität in Frankfurt am Main. Er ist geschäftsführender Gesellschafter des Instituts für Kommunikation, Coaching und Managementberatung (ikcm) mit Sitz in Bad Homburg und Frankfurt am Main und gleichzeitig Dozent an der european school of design für Kommunikationstheorie sowie Werbe- und Konsumentenpsychologie. Ulrich Wagner arbeitet als Managementberater und systemischer Coach mit den Schwerpunkten Business- und Personal Coaching, Kommunikations- und Rhetoriktrainings, Personalentwicklung, Begleitung von Veränderungsprozessen und hält regelmäßig Vorträge und Seminare. Zu erreichen: via Website www.ikcm.de, via Mail uwagner@ikcm.de, via Xing, AGITANO-Expertenprofil und Facebook (Ulrich B Wagner).

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Weitere Beiträge aus der Kolumne von Ulrich B Wagner:

Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? Über Sokrates, Facebook und die Jugend

Der Wasserspiegel der Seele – Über stille Orte und sonstige Verwandlungen

“Morgen, übermorgen, nie. Über ein Leben mit der inneren Drecksau!”

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Marc Brümmer

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