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So vermeiden Sie das lästige „Äh!“

Entspannen, Entspannung, Relaxen, das lästige „Äh!“

Fast jeder Mensch kennt das. Wir überlegen, suchen einen Gedanken und schon rutscht es uns heraus: das verpönte Wörtchen „Äh!“. Wenn es auch ganz normal ist und – sparsam eingesetzt – sogar einen gewissen Charme hat, die Menge macht den Unterschied. Ein „Ähm“ oder „Äh“ ab und zu ist nicht weiter schlimm. Manchmal wirkt es sogar überlegt. Am Anfang einer Rede jedoch unsicher und wenig professionell. Wirklich schön ist es aber nie.

In ihrem heutigen Beitrag zur Themenserie „Erfolgsfaktor Stimme“ verrät Ihnen Barbara Blagusz, was Sie gegen die größte Redefalle tun können.

Nervosität macht „Äh!“

Sind wir nervös, sagen wir weit öfter „Äh!“ als in entspannten Momenten: bei einem Vortrag vor vielen Menschen, einem Bewerbungsgespräch, einem Referat vor der Klasse. Denn wer nervös ist, wird leicht unkonzentriert und findet dann die Worte nicht mehr so schnell.

„Ähs“ und „Ähms“ in einem Vortrag sind nicht grundsätzlich eine schlimme Sache – es wirkt dann so, als ob Sie gerade überlegen und sich Gedanken darüber machen, wie Sie eine Sache am besten ausdrücken können. Diese kleine Pause hilft auch den Zuhörern das Gesagte besser zu erfassen – ein Vorteil also. Zu häufige „Ähs“ und „Ähms“ dagegen lässt das Publikum schnell abschalten.

Das Gute am „Äh!“

Streng genommen sind „Ähs!“, „Ähms!“ und „Alsos“  gar keine richtigen Worte, sondern Verzögerungslaute, die den Moment, bis jemand weiterspricht, ein kleines bisschen hinauszögern. Vielen Leuten hilft so ein „Äh“ sogar dabei, das gesuchte Wort oder den Gedanken schneller zu finden.

Es unterstützt die Atmung. Ruheatmung und Sprechatmung unterscheiden sich ganz wesentlich. In Ruhe sind die Ein- und Ausatemphasen fast gleich lang. Beim Sprechen dagegen atmen wir schnell ein und lassen die Luft während des Sprechens ganz langsam aus. Das Ausatmen dauert hier viel länger als das Einatmen. Damit unsere Sprechatmung nicht stockt wie zum Beispiel bei der Suche nach einem Gedanken, fügen wir einfach ein „Äh“ dazwischen und behalten so unsere Sprechatmung bei, bis uns das richtige Wort eingefallen ist.

Ich bin noch nicht fertig! Ein „Äh!“ kann auch bedeuten: Ich will noch weiterreden. Normalerweise signalisiert eine Sprechpause im Gespräch, dass der eine fertig ist und jetzt der andere etwas erwidern sollte. Bei einem „Äh!“ entsteht diese Pause nicht und der andere weiß: Es kommt noch was. Wollen Sie also nicht unterbrochen werden, dann ist ein „Äh!“ eine Möglichkeit, wenn auch keine sehr professionelle. Besser ist es da, mit der Körperspannung zu signalisieren.

Signal Nr. 1: Entspannen

Da hilft es dann zu versuchen, sich zu entspannen. Meistens ist die Situation gar nicht so schlimm, wie sie einem vorkommt.

Signal Nr. 2: Gestikulieren

Und noch etwas empfehlen Sprechwissenschaftler: Gestikulieren. Das bedeutet, dass wir während des Sprechens unsere Hände und Arme bewegen und damit das Gesagte noch mal besonders betonen. Diese Bewegungen helfen dem Gehirn nämlich, leichter und schneller die Worte zu finden. Und schon geht alles ganz – ähm, flüssig. Meistens jedenfalls.

Tipp 1 – Fokus auf Inhalt und Zuhörer

Denken Sie nicht schon vor der Rede an all die „Äh’s!“, die Sie möglicherweise sagen könnten. Das verunsichert Sie nur unnötig. Konzentrieren Sie sich ausschließlich auf das Thema Ihrer Rede und welche Inhalte Sie den Zuhörern mitteilen wollen. Dadurch geben Sie Ihrer inneren Angst und Unsicherheit viel weniger Raum, sich in Ihrem Körper auszubreiten.

Tipp 2 – Pausen machen und atmen

Niemand ist restlos vor Denkblockaden oder Unsicherheiten gefeit. Auch professionelle Sprecher nicht. Diese setzen dann einfach eine bewusste Pause statt des sich anbahnenden „Äh’s“. Am besten bewährt hat sich übrigens der einfachste Tipp: Bei aufkommender Nervosität einfach einmal tief durchatmen und dann weiter sprechen.

Tipp 3 – Aufnehmen

Nehmen Sie sich auf! Sprechen Sie Ihren Vortrag auf Band. Kontrollieren Sie im Anschluss, wie viele „Äh’s!“ bzw. andere Füllwörter Sie zählen. So bekommen Sie ein Gefühl dafür. Versuchen Sie dann diese bewusst zu vermeiden.

Tipp 4 – Stimme absenken

Wenn wir beim Sprechen eine Aussage machen und aus Versehen mit der Stimme oben bleiben, müssen wir weiter reden, weil der Satz noch nicht zu Ende ist. Wer allerdings noch nicht weiß, was er sagen will, verschafft sich meist Zeit, indem er „Äh!“ sagt. Wer also stärker auf den Punkt spricht und bewusst Pausen macht, wird automatisch weniger „Äh’s!“ sagen.

Tipp 5 – Lange Sätze vermeiden – drei Hauptsätze!

Entspannen, Entspannung, Relaxen, das lästige „Äh!“
Gegen das lästige „Äh!“ hilft manchmal einfach nur, Entspannung. (Bild: Damir Bosnjak / unsplash.com)

Sprechen Sie zur Übung immer drei Hauptsätze hintereinander zu einem bestimmten Thema. Verzichten Sie ganz bewusst auf Nebensätze, auf eine komplizierte Schachtelstruktur sowie auf Füllwörter wie „und“ oder „äh!“. Erhöhen Sie dann auf eine Minute Redezeit. Es empfiehlt sich ganz besonders den ersten Satz bereits im Kopf vorzuformulieren. Dann starten Sie auch nicht mit einem „Äh!“, was häufig passiert. So haben Sie von Beginn weg einen guten ersten Eindruck hinterlassen.

Ihre Barbara Blagusz

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Barbara Blagusz

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