Management

Social Forecasting: Die bessere Marktforschung?

Gestern noch Trendsetter, heute schon out of date – dieser Entwicklung versuchen viele Unternehmen mit Marktforschung entgegenzuwirken. Diese von externen Spezialisten angebotene Dienstleistung ist oft zeitaufwendig und teuer. Dabei verfügen gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) über eine Alternative. Sie wissen es nur noch nicht.

Morgen wird heute schon gestern sein

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Das Wir gewinnt. Kann Social Forecasting der klassischen Marktforschung den Rang abkaufen? (Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de)

Noch nie war diese Weisheit so wahr wie heute, in der unsere Wirtschaftswelt von einem noch nie dagewesenen Innovationsdruck geprägt ist. Nehmen wir das Beispiel Netbook. Damit war ASUS vor gar nicht allzu langer Zeit Trendsetter. Inzwischen hechelt der taiwanesische Computerkonzern dem immer wichtiger werdenden Tablet-Markt hinterher.

Prognosen: für KMUs wichtiger als für alle anderen

Was eine transnational agierende Firma verkraften kann, bricht KMUs das Genick: Einen Trend zu verpassen. Auch deshalb ist für diese der Chef als Patriarch ein Modell von gestern. Heute ist Sachwarmintelligenz integrieren – das Nutzen der Weisheit seiner Mitarbeiter – angesagt. Schließlich leben wir in Zeiten flacher Hierarchien. Noch nie zuvor waren Arbeitnehmer derart hoch qualifiziert und hatten so viele Möglichkeiten wie heute. Diese ungenutzt zu lassen, können sich gerade Nischenanbieter nicht leisten.

Social Forecasting als internes Crowdsourcing

Experten für digitale Kommunikation, wie zum Beispiel Stephan Grabmeier, sehen daher Social Forecasting auf dem Vormarsch. Damit ist gemeint, dass Führungskräfte von heute die kollektive Intelligenz nutzen sollten, und zwar die ihrer Mitarbeiter. Aus Sicht Grabmeiers hat diese besondere Form der Prognoseerstellung gegenüber der klassischen Marktforschung drei Vorteile:

1. Mitarbeiter, die an strategischen Unternehmensentscheidungen beteiligt sind, identifizieren sich stärker mit ihrem Arbeitgeber. Das heiß, sie sind zufriedener und motivierter.

2. Mitarbeiter, haben spezielles Wissen und Kompetenzen, wodurch ihre Meinungen und Einschätzungen zu einer unschätzbar wichtige Ressource für ihr Unternehmen werden.

3. Das Management kommt auf Basis fundierter Crowd Bewertung schneller zur Entscheidungsfindung.

Wirklich besser als Marktforschung?

Ob dieser relativ neue Trend der Mitarbeiterführung wirklich die klassische Marktforschung ersetzen kann, wird sich noch zeigen. Klar ist: Gerade KMUs können es sich nicht leisten Branchentrends zu verpassen. Wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen, darunter:

  • das Nutzen digitaler Kommunikationskanäle und
  • damit verbunden das firmeninterne Vorhandensein von Collaboration Tools sowie
  • eine zu diesen Strukturen passende Unternehmenskultur.

Das ist sicherlich nicht überall gegeben. Wer aber über oben beschriebene Voraussetzungen verfügt, sollte mal darüber nachdenken, ob Social Forecasting für interessant sein könnte.

Christoph Schroeder

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