Kolumnen

Solarpolitik ist Sozialpolitik

Schon in wenigen Jahren wird Solarstrom der preiswerteste Strom sein, wenn er dort verbraucht wird, wo er erzeugt wurde. Die Sonne scheint auf jedes Dach und schickt nie eine Rechnung. Diese Fakten werden schon bald das unschlagbare ökonomische Argument der künftigen ökologischen Energieversorgung sein. Außerdem produziert Solarstrom keinen Müll wie Atomkraft und beschädigt nicht das Klima, was künftigen Generationen viele Milliarden Euro erspart.

 

Strom aus erneuerbaren Energiequellen wird immer preiswerter, Strom aus atomar-fossilen Quellen immer teurer, weil die alten Ressourcen zu Ende gehen, aber die erneuerbaren „ewig“ und faktisch überall vorhanden sind.

 

Hinzu kommt, dass jede regional erzeugte Kilowattstunde Strom Kosten für teure Energie-Importe vermeidet, Arbeitsplätze hierzulande schafft und Gewerbesteuer oder Pachteinnahmen in die Kassen der Kommunen spült.

 

In den letzten Jahren haben die alten Energieversorger zehntausende Arbeitsplätze abgebaut, die Erneuerbaren aber haben zu 340.000 neuen, zukunftsträchtigen Jobs geführt. Zweifellos sind die erneuerbaren Energien die gesellschaftlich wertvolleren.

 

Der Ausbau der erneuerbaren Energien hat viele beispiellose regionale Konjunkturprogramme gebracht. Solarpolitik ist Sozialpolitik – auch und gerade in den armen Ländern des Südens. Afrika und die Sonne – welch eine Chance für ökonomische Entwicklung und für die Überwindung des Hungers.

 

Aber auch hierzulande kann künftig jeder seinen Strom und seine Wärme selber produzieren – weit preiswerter als heute.

 

Aber beim derzeitigen Streit um die Einspeise-Vergütungen für die Öko-Energien spielen all diese positiven ökonomischen Aspekte überhaupt keine Rolle. Die Vulgär-Ökonomen im Dienst der alten Energieversorger sollten endlich rechnen lernen. Stattdessen diffamieren sie die Energieträger von morgen.

 

Verschwiegen wird grundsätzlich, dass die rasch wachsenden Anteile von Solar- und Windstrom an der Leipziger Strombörse für sinkende Strompreise sorgen.

 

Die 3.5 Cent pro Kilowattstunde Ökostrom, die zurzeit jeder Stromverbraucher in Deutschland zu bezahlen hat, bringen riesige gesamtwirtschaftliche und gesellschaftliche Vorteile für alle. Die vier großen Energieversorger haben 2010 über 20 Milliarden Euro nach Steuer verdient. Das ist weit mehr als die 13 Milliarden, die für Solarstrom im selben Jahr aufgebracht werden mussten.

 

Warum eigentlich werden die größten deutschen Stromverbraucher von der Umlage für die Erneuerbaren zulasten der privaten Verbraucher befreit?

 

Martin Unfried nennt in einem Gastkommentar für die Sonnenseite die eigentliche soziale Frage: „Warum finanzieren die größten Verbraucher den Ausstieg aus der schmutzigen Energie nicht mit?“

 

Im Jahr 2010 hat sich der Anteil des Solarstroms in Deutschland verdoppelt

 

Die großen Vier aber, praktisch unsere Energie-Besatzer, haben Angst davor, dass sich Millionen Menschen in die Energie-Autonomie begeben und sich von ihnen unabhängig machen.

 

Mit dem Argument der angeblich zu hohen Preise für den Ökostrom, der ja immer preiswerter wird, wollen die alten Energieversorger lediglich von ihren unverschämt hohen Gewinnen ablenken.

 

Unser Motto kann nur lauten: Bürger, zur Sonne zur Freiheit!

 

Quelle: © Franz Alt 2011

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.