Einsichten & Ansichten

Sollten wir unsere Art zu spenden überdenken?

Trotz all dem Reichtum auf dieser Welt gibt es noch genug Länder, die nicht einmal genug Essen und Trinken haben. Erst im Januar dieses Jahres hat eine Oxfam-Studie ergeben, dass die 62 reichsten Menschen der Welt zusammen genauso viel besitzen wie die 3,5 Millionen ärmsten Menschen. Die Superreichen und wir, die normale Bevölkerung, spenden regelmäßig über Organisationen in Dritte Welt Länder. Mit den Spenden werden Unterkünfte gebaut, der Hunger bekämpft, die Bildung gefördert und durch materialistische Dinge die Herzen zum Leuchten gebracht. Wir denken, dass die Menschen all das brauchen, doch brauchen sie es wirklich? Joy Sun, TED-Sprecherin, hat eine neue Art des Spendens ins Leben gerufen: givedirectly.org. Hier geht es nicht um materialistische Dinge, sondern um das Geld an sich – Cash! In ihrem TED-Talk zum Thema „Should You Donate Differently?” erklärt sie uns ihr Konzept.

Das Vorurteil, dass gerade Obdachlose das Geld in Zigaretten und Alkohol investieren, ist leider noch immer aktuell. Vor einiger Zeit wurde jedoch das Gegenteil bewiesen. Ein junger Mann, schenkt einem Obdachlosen $100 und filmt ihn. Der Obdachlose geht in einen Liquor Store und kommt mit vollen Tüten wieder zurück. Der Initiator des Experiments folgt dem Mann in einen Park und ist überrascht von dem was er sieht: Entgegen des Vorurteils, er hätte nur Alkohol gekauft, hat der Obdachlose Essen für sich und andere Obdachlose eingekauft und lud alle zum Picknick ein.

Joy Sun: Should You Donate Differently?

(Quelle: TED / YouTube)

Die effektive Art zu spenden

Spenden, indem man den Bedürftigen Bargeld gibt, hat auch Joy Sun in Studien untersucht und festgestellt, dass arme Menschen, die Spenden bar empfangen, das Geld für sich investieren: in gesünderes Essen, ihr Unternehmen, ihr Zuhause. Keine Studie fand heraus, dass dadurch mehr Alkohol gekauft wurde.

Mit GiveDirectly wurde eine Organisation ins Leben gerufen, die dieses Konzept umgesetzt hat. Die Mitglieder suchen die Ärmsten der Ärmsten und geben ihnen ein Handy. Auf dieses wird ein paar Wochen später Geld überwiesen, das die Menschen sofort verwenden können. Das Geld ist also da, wo es hingelangen soll und dringend benötigt wird.

Lydia Hagen

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