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Souverän Durchsetzen – Teil 3: Zielen Sie Smart!

… die zweiwöchentliche Kolumne von und mit Katharina Maehrlein, SURFconsult und 5 Sterne Trainer.

Um Ihre Durchsetzungsfähigkeit zu steigern brauchen Sie konkrete Ziele. Diese zeigen Ihnen, wofür es sich lohnt, aktiv zu werden. Sich durchsetzen heißt dann, dass Sie sich für konkrete Vorhaben einsetzen. Je klarer Sie dabei Ihre Ziele für die konkrete Situation vor Augen haben, desto wirksamer sind Ihre Aktivitäten.

Wenn man Menschen fragt, was sie für sich verändern möchten, sind folgende Antworten typisch:
– Ich möchte mich besser durchsetzen.
– Ich möchte nicht mehr so schnell nachgeben.
– Ich will weniger Angst davor haben, anderen die Meinung zu sagen.
– Ich möchte bei Konflikten immer ruhig bleiben.
– Ich will, dass mein Chef auf meine Wünsche eingeht.

Sind diese Wünsche nachvollziehbar? Mit Sicherheit! Nur: es sind Wünsche, keine Ziele! Denn in den Formulierungen stecken unsichtbare Stolperdrähte, mit denen Sie sich selbst sabotieren würden.

Es fehlt an Klarheit und Messbarkeit; es sind Verneinungen enthalten, mit denen Ihr Unterbewusstsein nicht sinnvoll arbeiten kann und der Zeithorizont ist unklar.

Stolperdraht 1: schwammige Formulierungen und mangelnde Messbarkeit 

Ausdrücke wie besser, stärker, deutlicher etc. zeigen nur die grobe Richtung an, in die es gehen soll und sorgen eher für Frust als Lust, weil Sie so noch nicht wissen, wie sie zum Ziel kommen sollen. Denn was bedeutet denn konkret „besser durchsetzen“? Und woher wissen Sie, wann Sie bei Ihrem Ziel angekommen sind? Solange Sie keine Kriterien dafür formuliert haben, können Sie sich ewig abstrampeln.

Tipp:

Formulieren Sie Ihr Ziel so klar, eindeutig und konkret wie möglich. Sie müssen außerdem eindeutig beurteilen können, ob und wie weit Sie Ihr Ziel erreicht haben. Fragen Sie sich, woran Sie merken würden, dass Sie am Ziel sind oder auf dem besten Weg dazu.

Stolperdraht 2: Verneinungen

Denken Sie in den nächsten Sekunden bitte auf keinen Fall an einen Elefanten! Hat´s geklappt? Bestimmt nicht, denn sobald Sie etwas NICHT denken wollen, muss sich Ihr Gehirn gerade damit beschäftigen. Und damit konzentriert sich Ihr Unterbewusstsein genau auf die problematischen Dinge, die Sie nicht mehr möchten. So rauben Sie sich Kraft und Selbstbewusstsein.

Tipp:

Statt „was soll nicht mehr sein“ formulieren Sie positiv: „was soll stattdessen sein“ bzw. „was soll sein und was kann ich tun“. Tun Sie als Gedankenexperiment einmal so, als hätten Sie Ihr Ziel schon erreicht. Beschreiben Sie, wann Sie sich wo, wem gegenüber wie verhalten und was an Gefühlen und Gedanken dann vermutlich in Ihnen vorgeht.

Stolperdraht 3: Ziel nicht von Ihnen selbst aktivierbar

Durch geeignete Einstellungen, Strategien und Verhaltensweisen können Sie zwar die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass z.B. Ihr Chef auf Ihre Wünsche eingeht, aber es gibt keinen geheimnisvollen Psychotrick, der das garantiert.

Tipp:

Richten Sie Ihren Fokus auf die Aspekte, die SIE beeinflussen können. Schauen Sie auf das, was SIE SELBST zum Erreichen beitragen können.

 

Stolperdraht 4: Unrealistisch

Ein schöner Traum: IMMER ruhig in Konflikten bleiben. Leider auch ein unsinniger. Erstens überfordert er jeden Menschen und gehört von daher zum gepflegten Größenwahn, Zweitens gibt es Situationen, in denen ruhig bleiben nicht sinnvoll ist. Natürlich sollten Sie nicht immer gleich an die Decke gehen. Verstoßen aber beispielsweise Ihre Projektmitarbeiter ständig gegen Terminabsprachen, dürfen Sie sich nicht wundern, wenn Ihre unerschütterliche Ruhe geradezu als Einladung aufgefasst wird Termine nicht so wichtig zu nehmen. Und es gibt Situationen, wo Sie auf ein Brüllendes Gegenüber mit Gegenhalten reagieren müssen, wenn Sie nicht ganz an die Wand gedrängt werden wollen.

Tipp:

Ein motivierendes Ziel, dass Ihnen zu Durchsetzungskraft verhelfen soll, ist zwar herausfordernd und anspruchsvoll, aber immer auch machbar und realistisch.

Stolperdraht 5: unklarer Zeithorizont

Wer kennt nicht den bekannten Weg guter Vorsätze? Die meisten werden aufgeschoben bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag. Wenn Sie sich nicht selbst sagen, wann Sie eine Sache angehen wollen, wird sich vermutlich der innere Schweinehund durchsetzen und nicht Sie. Auch zu knappe Endtermine sind ungünstig: Gerade Einstellungsveränderungen brauchen etwas Zeit.

Tipp:

Setzen Sie sich einen eindeutigen Endpunkt, zeitlich und inhaltlich. Berücksichtigen Sie, dass tief greifende Veränderungen nicht von heute auf morgen zu verwirklichen sind.

 

Zielen und formulieren Sie SMART!

S = Spezifisch
=> Klar, eindeutig und konkret.

M = Messbar
=> Eindeutig beurteilbar, ob und wie weit Sie Ihr Ziel erreicht haben.

A = Attraktiv und aktionsorientiert
=> Positiv formuliert: „Was soll sein und was kann ich tun“ statt „Was soll nicht mehr sein“.

R = Realistisch
=> Von Ihnen selbst erreichbar und zu beeinflussen.

T = Terminiert
=> Zeitlich und inhaltlich eindeutiger Endpunkt. Nicht zu knapp bemessen.

 

Im nächsten Teil bekommen Sie
1. einen Test, der Sie bei Ihrer Selbstreflexion- Ihrem Selbstbewusstsein- unterstützt,
2. die A-N-A-A Formel für garantiert mehr Durchsetzungskraft.

Ich freue mich, wenn Sie wieder dabei sind! Bis dahin wünsche ich Ihnen eine souveräne Zeit. 

Herzlichst

Ihre Katharina Maehrlein 

 

P.S.: Übrigens: ab 21.Juli 2011 ist mein 5-Sterne App „Souverän Durchsetzen“ bei ITunes für Ihr IPhone erhältlich. Für unter 2 € bekommen Sie alle Tipps zum Wiederholen und Vertiefen praktisch zum Mitnehmen.

 

Zur Person:

Katharina Maehrlein ist NLP Lehrtrainerin DVNLP, zertifizierter Coach und Lehrcoach, (Master of Science systemisch-analytisches Coaching), schreibt als freie Journalistin Artikel für Fachzeitschriften wie ManagerSeminare und Kommunikation & Seminar und ist Inhaberin von SURFconsult in Wiesbaden und 5 Sterne Trainerin.

 

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