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Sowohl Gewinne, als auch Moral

Was ist das Ziel nachhaltigen unternehmerischen Handelns? Liegt es im Erzielen kontinuierlicher Gewinne? Oder im ständig wachsenden Shareholder-Value, das heißt im steigenden Wert des Unternehmens für die Eigentümer?  Aus meiner Sicht sind derartige Ziele sehr tief im Verständnis von Unternehmertum moderner Prägung verwurzelt. Sie zu leugnen würde bedeuten die Unternehmen komplett in Frage zu stellen, so wie sie heute bestehen. Unter dem Gesichtspunkt von Spiritualität und Business lautet die Kernfrage also nicht, ob Unternehmen Gewinne erzielen und den Wert des Unternehmens steigern sollen. Natürlich sollen sie das. Die eigentliche Frage lautet viel mehr, ob dies die alleinigen Ziele sind, die das Agieren eines Unternehmens bestimmen. Und hier fällt die Antwort eindeutig aus: Nein, das sind sie nicht. Entscheidend ist nicht ein entweder-oder, sondern ein sowohl-als auch. Nicht Gewinne, oder Moral. Sondern sowohl Gewinne, als auch Moral. Darauf kommt es an.

 

Wie lassen sich so vermeintlich widersprüchliche Ziele miteinander vereinbaren? Wie lässt sich eine Gewinnerzielung verwirklichen, die aus spiritueller Sicht moralisch ist? Nach meiner Erfahrung spielen dabei drei Kriterien eine Rolle. Das erste Kriterium ist, dass alle Entscheidungen eines Unternehmens den Grundsatz der harmonischen Einbindung ins Ganze erfüllen müssen. Wer das Wohl des Ganzen im Sinn hat, erkennt von innen heraus, dass einseitige Aktionen nur den Ast absägen, auf dem ein Unternehmen sitzt. Die Einbindung ins Ganze spielt insbesondere in der Mitarbeiterführung, in den Kundenbeziehungen und in der Art der Geschäfte eine Rolle, die ein Unternehmen tätigt. Das schnelle Geschäft zu Lasten anderer oder der Natur, ist ein Tabu für die, denen das nachhaltige Wohl des Ganzen am Herzen liegt. Das zweite Kriterium betrifft den Sinn, der mit der Existenz eines Unternehmens verbunden ist. Ein Unternehmen, das auf Spiritualität im Business Wert legt, kennt den tieferen Sinn, den es mit seinem Handeln erfüllt. Es weiß, wie es zur Verbesserung bestimmter Bedingungen oder zur Beseitigung von Engpässen beiträgt. Es ist sich des Sinns bewusst, der in seinem Handeln liegt. Das dritte Kriterium stellt die Zufriedenheit der Mitarbeiter, der Kunden und Partner dar. Unternehmen sind eine Plattform, auf der Menschen sich verwirklichen können. Wem Zufriedenheit wichtig ist, der wird beim Streben nach Gewinn immer auf die Einhaltung von Werten achten. Zufriedenheit ist ein guter Nährboden für eine langfristig wachsende Wertschöpfung.

 

Mir ist aufgefallen, dass in den Unternehmen, deren Handeln nicht nur an der Gewinnerzielung, sondern auch an bestimmten Werten ausgerichtet ist, alles irgendwie automatisch läuft. Die Beteiligten sind sich der besonderen Moral nicht bewusst, die sie leben. Sie empfinden sie als selbstverständlich. Sie lassen sich von ihrem Bauchgefühl oder anderen Orientierungen leiten. Nachhaltiger Erfolg stellt sich also dort ein, wo das Streben nach Gewinn von einer inneren Weisheit geführt wird, die es quasi von selbst in die richtigen Bahnen lenkt.

 

 

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Über den Autor

 

Hans-Jürgen Krieg ist Autor der Buchserie „Der kleine Igel“. Er coacht Unternehmen und Personen im Hinblick auf die praktische Nutzung ihrer spirituellen Potenziale. Mit seinem tiefgreifenden Verständnis für die Zusammenhänge des Lebens und seiner über 30 Jahren Erfahrungen im Geschäftsleben unterstützt er die Beteiligten beim Bau von Brücken, mit denen sie die reale Welt mit ihrer „inneren Quelle“ verbinden. www.ifef.de

 

 

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