Wirtschaft

Spanien von Ratingagentur herabgestuft – Ablenkung vom US-Desaster?

Einen Tag vor dem nächsten Euro-Gipfel und parallel zu dem Vertrauensentzug des weltgrößten Anlageinvestors Pimco in Bezug auf US-Staatsanleihen, hat eine der drei großen Ratingagenturen (Moody’s / alle drei haben ihren Hauptsitz in New York) Spanien überraschend herabgestuft – und das obwohl das laufende Staatsdefizit der Spanier nicht so hoch ist, Fortschritte erkennbar sind, die Rekapitalisierung des Bankensektors mit bis zu 50 Mrd. Euro gelingen dürfte und das Land trotz seiner Lage nicht in der Rezession steckt. Moody’s befürchtet, dass die Sanierung spanischer Banken deutlich teurer wird als von der Regierung veranschlagt. Bereits Anfang der Woche hatte Moody’s zur Empörung Athens die Bonität Griechenlands gleich um drei Stufen unter Ramschniveau gesenkt. Die Ratingagenturen stehen tief in der Kritik, da sie im Vorfeld der Finanzkrise 2007/08 die immensen Risiken der Subprime-Produkte als wesentliche Mitauslöser der späteren gigantischen Finanzkrise nicht erkannten, ihre Aufgabe damit verfehlten und wesentlich zu der Finanzkrise mit beigetragen haben. Nun verdichtet sich allmählich aufgrund der zeitlichen Korrelation mit dem Vertrauensverlust in die US-Anleihen der Verdacht der politischen Einflussnahme als Ablenkungsmanöver. Die EU-Kommission hat sich in dem letzten Jahr bereits mehrmals mit der Rolle der Ratingagenturen während der Euro-Krise auseinandergesetzt.

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