Wirtschaft

Standort Studie Deutschland 2012 von Ernst & Young

Nach der am Freitag von Ernst & Young veröffentlichten Studie "Der Fels in der Brandung? – Standort Deutschland 2012" ist Deutschland aus Sicht ausländischer Manager der führende Standort Europas. 56% der 840 befragten internationalen Führungskräfte betrachten Deutschland als einen der attraktivsten Investitionsstandorte in Europa, erst mit deutlichem Abstand folgt Nachbar Frankreich (25%) auf Platz 2. Als eine der größten Stärken Deutschlands wird neben der Infrastruktur das Qualifikationsniveau der Arbeitskräfte gesehen, das von 85% der Befragten gute Noten erhält. Im weltweiten Ranking rangiert Deutschland in der Spitzengruppe auf dem sechsten Platz hinter China, Indien, den USA, Russland und Brasilien. Zwar habe Deutschland im Vergleich zum Vorjahr einen verloren, weil es von Russland überholt wurde. Allerdings konnte Deutschland sein Level halten im Kampf mit den boomenden Schwellenländern, den BRIC-Staaten.

Zwei Hauptfaktoren nannten die Manager überwiegend für ihr sehr positives Urteil über den Wirtschaftsstandort Deutschland: Erstens den mittlerweile aus der Umklammerung der anfälligen Exportfokussierung lösenden und sukzessive gut funktionierenden Binnenmarkt – Investoren gingen nun einmal dorthin, wo sie auch etwas verkaufen können. Fast genauso wichtig sei aber auch ein stabiles politisches und soziales Umfeld im Land. Sein ohnehin bereits positives Image in dieser Hinsicht hätte Deutschland durch seine finanzpolitische Haltung in der Eurokrise sogar noch weiter verbessern können, so die Studie. Investoren würden nicht nur danach schauen, wo sie am wenigsten Steuern zahlen müssen, sondern wo die Rahmenbedingungen auch sicher seien.

Die meisten Investoren kommen inzwischen aus China. Dabei waren vor allem die Branchen Auto- und Transportindustrie, Kommunikations- und IT-Technologie sowie die Zukunftsbranchen Energie- und Umwelttechnologien beliebt. Anders als die US-Rating-Agenturen und die Börsen-hörige Presse gegenwärtig vermitteln, sei Westeuropa für Investoren weiterhin eine Top-Region. Denn letztlich würden Fundamental-Daten wie das Konsum-Potential stärker zählen als Finanz-Daten.

Hausaufgaben für Deutschland

Dass die gegenwärtige Euro-Krise für Europa gut ausgeht, glauben 81% der Befragten – auf Deutschland bezogen sogar 90%. So wollen auch 84% der befragten Unternehmen noch in zehn Jahren vor Ort sein. Dennoch gebe es der Studie zufolge in Deutschland natürlich auch weiterhin deutlichen Reformbedarf: Mehr als die Hälfte der Manager fordert eine bessere Ausbildung im Bereich neuer Technologien und ein Drittel wünscht sich mehr steuerliche Anreize für innovationsstarke Unternehmen.

Reaktion der Politik

Die Veröffentlichung der Standort-Studie von Ernst & Young kommentierte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie und Beauftragte der Bundesregierung für Mittelstand und Tourismus, Ernst Burgbacher:

"Deutschland ist einer der besten Wirtschaftsstandorte der Welt. Die starke Position beruht maßgeblich auf dem Engagement und der Kreativität unserer Unternehmer und unserer hochqualifizierten Fachkräfte. Unserem Netz aus Forschungseinrichtungen, Großkonzernen und starken Mittelständlern attestiert die neue Studie, "weltweit einmalig" zu sein.

Ein zentraler Standortvorteil sind die vielen klugen Köpfe, die hierzulande für Wachstum und Wohlstand sorgen. Diesen Vorteil verdanken wir nicht nur der Bildungsinfrastruktur, sondern auch dem Engagement unserer Unternehmen in der dualen Ausbildung. Mit der aktuellen Kampagne "Berufliche Bildung – Praktisch unschlagbar" unterstützen wir die Ausbildungsbetriebe bei der Gewinnung der Fachkräfte von morgen. Weitere wichtige Impulse setzen wir mit der gemeinsam mit BMAS und BA kürzlich gestarteten Fachkräfte-Offensive und dem neuen Willkommensportal www.make-it-in-Germany.com. Wir müssen auch weiterhin alles dafür tun, dass wir beim Qualifikationsniveau ganz vorne mitspielen."
 

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