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Steigerung der Material- und Ressourceneffizienz: ressourceneffiziente Produktionstechnologien entwickelt

Deutsche Industriebetriebe schätzen ihre Einsparpotenziale allein im Bereich der Materialeffizienz auf 7% und im Bereich der Energieeffizienz sogar auf 15%. Dennoch hat das Thema Ressourceneffizienznoch erstaunlicherweise noch nicht die Relevanz erlangt, die es aus politischer Sicht sowie aus betriebswirtschaftlicher Perspektive eigentlich haben sollte. Das Fraunhofer ISI informiert über die neueseten Entwicklungen:

160 Unternehmen und 40 Institute haben in der Effizienzfabrik drei Jahre lang ressourceneffiziente Produktionstechnologien entwickelt. Der Anspruch war, Forschung und Anwendung miteinander zu verzahnen und ein lebendiges Netzwerk der Produktionsforschung zu etablieren. Dass dieses Ziel Wirklichkeit geworden ist, davon konnten sich die mehr als 200 Teilnehmer beim Tag der offenen Tür der Effizienzfabrik am 20. November 2012 in der Berliner Kalkscheune überzeugen.

Automatisierte Feinbearbeitung einer gefrästen Turbinenschaufel. (Bild: Fraunhofer IP)

„Die 31 Verbundprojekte haben zu allen Prozessen der Fertigungstechnik wichtige Beiträge geleistet“, konstatiert Dr. Claudia Rainfurth vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) und Projektleiterin der Effizienzfabrik. Vor allem in vier Themenschwerpunkten ließen sich wirkungsvolle Stellschrauben für mehr Effizienz identifizieren: „In den Bereichen Werkzeugmaschinen, Leichtbau, Planungs- und Bewertungsinstrumente sowie Funktionale Oberflächen spielt die Musik für mehr Ressourceneffizienz in der Produktion“, erläutert Rainfurth.

Dies wird besonders deutlich in den jüngsten Ergebnissen der Erhebung „Modernisierung der Produktion“ des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI: So schätzten beispielsweise deutsche Industriebetriebe ihre Einsparpotenziale allein im Bereich der Materialeffizienz auf sieben Prozent, im Bereich Energieeffizienz sogar auf 15 Prozent. Oliver Kleine, Projektleiter am Fraunhofer ISI, stellt fest: „Vor diesem Hintergrund ist erstaunlich, dass das Thema Ressourceneffizienz trotz dieser Selbsteinschätzung der Unternehmen noch nicht die Verbreitung erlangt hat, die aus politischer Sicht wünschenswert und aus betriebswirtschaftlicher Ebene notwendig wäre.“

Bundesministerin Prof. Dr. Annette Schavan wies beim Tag der offenen Tür darauf hin, dass mit hochinnovativen Produkten die Verlässlichkeit der Marke „Made in Germany“ garantiert werden könne. Daher sei Produktionsforschung in Deutschland zu stärken und sicherzustellen. Ein Statement, das Dr. Manfred Wittenstein, VDMA-Past-Präsident und Kuratoriumsvorsitzender des Fraunhofer ISI, aufgriff, indem er betonte: „Innovationsnetzwerke aus Wissenschaft und Wirtschaft sind das A und O, um die Technologieführerschaft des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus im globalen Wettbewerb zu festigen und auszubauen.“

Auch Prof. Dr.-Ing. Hans-Jörg Bullinger, ehemaliger Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, griff diesen Gedanken in seinem Grußwort auf:„Eine wissenschaftliche Begleitung erhöht den Mehrwert von Transfervorhaben.“ Als wissenschaftlicher Partner der Effizienzfabrik hat das Fraunhofer ISI unter anderem mit themenübergreifenden Analysen, themenspezifischen Studien und dem Umfeld-Monitoring wertvolle Impulse gegeben. Die ergänzenden Kurzstudien des Fraunhofer ISI zu aktuellen Themen runden das Leistungsangebot der Effizienzfabrik ab. Bislang sind drei Studien erschienen, die die Bewertung wirtschaftlicher Potenziale und das betriebliche Energiemanagement beleuchten sowie eine Zwischenbilanz des Projekts vornehmen.

Wie geht es nun weiter, wenn die Projekte beendet sind? Ressourceneffizienz bleibt auch zukünftig ein wichtiger Technologietreiber. Die Effizienzfabrik wird entsprechende Forschungsprojekte mit ihrem starken Netzwerk weiter begleiten. So setzt die Effizienzfabrik ihre „Vor Ort“-Veranstaltungsreihe 2013 fort. Im Fokus stehen die Lernfabriken für Ressourceneffizienz, die in verschiedenen Hochschulen in ganz Deutschland in Betrieb gegangen sind. Dort treffen sich im kommenden Jahr Experten, um den Transfer von Innovationen in die unternehmerische Praxis zu diskutieren. Anwendertage mit den Kunden der Effizienzfabrik ergänzen dieses Angebot.

Weiterführende Informationen gibt es unter www.effizienzfabrik.de. Publikationen zur Erhebung „Modernisierung der Produktion“ sind unter www.isi.fraunhofer.de verfügbar

Über die Effizienzfabrik:
Die Effizienzfabrik kommuniziert die neuesten Forschungsergebnisse des Förderschwerpunkts „Ressourceneffizienz in der Produktion“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Im Mittelpunkt stehen 31 Verbundforschungsprojekte mit mehr als 200 Partnern aus Industrie und Wissenschaft, deren BMBF-Förderung mehr als 50 Millionen Euro beträgt. Das Projekt wird für vier Jahre (Start 1. September 2009) im Rahmenkonzept „Forschung für die Produktion von morgen“ vom BMBF gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut.

In der Effizienzfabrik arbeiten der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) und das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI zusammen. Der VDMA unterstützt den Ergebnistransfer in die Breite der produzierenden Unternehmen und hat die Gesamtprojektleitung. Das Fraunhofer ISI ist für die wissenschaftliche Begleitung der Effizienzfabrik verantwortlich und informiert die Verbundprojektpartner regelmäßig über Neuigkeiten aus dem Umfeld der ressourceneffizienten Produktion.

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI analysiert Entstehung und Auswirkungen von Innovationen. Wir erforschen die kurz- und langfristigen Entwicklungen von Innovationsprozessen und die gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien und Dienstleistungen. Auf dieser Grundlage stellen wir unseren Auftraggebern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Handlungsempfehlungen und Perspektiven für wichtige Entscheidungen zur Verfügung. Unsere Expertise liegt in der breiten wissenschaftlichen Kompetenz sowie einem interdisziplinären und systemischen Forschungsansatz.

(Fraunhofer ISI 2012)

Marc Brümmer

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