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Stéphane Etrillard: Souveränität und Rhetorik im Unternehmensalltag (1)

Stéphane Etrillard: Souveränität und Rhetorik im Unternehmensalltag
Stéphane Etrillard

… aus der Themenserie „Souveränität und Rhetorik im Unternehmensalltag“ des internationalen Keynote Speakers und Rhetoriktrainers Stéphane Etrillard. Heute Teil 1: „Damit die Emotionen im Gespräch nicht überkochen.“

Diplomatie heißt Deeskalation

Wenn in einem Gespräch die Emotionen hochkochen und die Nerven der Beteiligten angespannt sind, rücken gute Lösungen schnell in weite Ferne. Anstatt mit einem echten Resultat endet das Gespräch dann mit belasteten Beziehungen. Damit stehen dann auch künftige Gespräche unter einem schlechten Stern. Mit etwas diplomatischem Geschick können Sie frühzeitig gegensteuern und selbst zerfahrene Situationen noch zum Erfolg führen.

Angespannte Beziehungen sind eine Belastung für alle wichtigen Gespräche und Verhandlungen und verhindern, dass die Gesprächs- oder Verhandlungsziele erreicht werden. Das dürfte jeder Geschäftsfrau und jedem Geschäftsmann bekannt sein. Erfolgsdruck, Überforderung, Fehler, Missverständnisse, persönliche Angriffe – die Liste der Möglichkeiten, in eine emotional aufgeladene Gesprächssituation zu geraten, ist nahezu unendlich.

Damit Sie in Ihren beruflichen Gesprächen gar nicht erst in einen destruktiven Kreislauf hineingeraten, ist es immer vorteilhaft, sich zu wappnen und frühzeitig gegenzusteuern. Dabei hilft Ihnen die Kunst der Diplomatie.

Diplomatie ist die Kunst der Cleveren

Die diplomatische Gesprächsführung ist immer eine faire Gesprächsführung, die auch die emotionalen Aspekte eines Gesprächs berücksichtigt, damit es erst gar nicht zu Gefühlsausbrüchen und in deren Folge zu Abwehrreaktionen kommt. Deshalb ist Diplomatie seit je die Kunst der Cleveren, die Interessengegensätze geschickt auszugleichen wissen und so schneller, besser und nachhaltiger zum Ziel kommen.

Und um gleich mit einem verbreiteten Irrtum aufzuräumen: Diplomatie heißt nicht, dass jeder Gesprächspartner mit Samthandschuhen angefasst werden müsste. Diplomatie meint im Gegenteil sogar, dass die Dinge beim Namen genannt und auf den Tisch gelegt werden – allerdings unter Berücksichtigung der Empfindlichkeiten und Bedürfnisse des jeweiligen Gesprächspartners. Es geht darum, die eigenen Überzeugungen wirkungsvoll zu vertreten und tragfähige Gesprächsziele zu erreichen, ohne dabei verbrannte Erde zu hinterlassen. Dafür ist es wichtig, sich gegenüber der Person und dem Anliegen des Gesprächspartners zu öffnen.

Versuchen Sie also, vorgefasste Meinungen und Urteile, die Sie sich bereits über den Gesprächspartner im Vorfeld gebildet haben, beiseite zu lassen. Gehen Sie möglichst unvoreingenommen in das Gespräch: Bewerten Sie nicht die Meinungen Ihres Gegenübers, sondern versuchen Sie, seine Ansichten zu verstehen. Schon hierdurch mindern Sie das Risiko, dass negative Emotionen überhaupt entstehen.

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Marc Brümmer

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