Gesundheit

Stimmtipps für Vortragende und PädagogInnen

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Vortragende und PädagogInnen beanspruchen ihre Stimme täglich aufs Neue. Keine Wunder also, dass diese Berufsgruppen oft heiser sind, wenn sie ihre Stimme nicht optimal pflegen. Barbara Blagusz richtet sich im heutigen Beitrag ihrer Themenserie „Erfolgsfaktor Stimme” an diejenigen, die ihren Alltag damit verbringen, vor Publikum zu sprechen – meist ohne Mikrophon. Nutzen Sie also diese hilfreichen Tipps und schonen Sie Ihre Stimme.

Die tägliche Herausforderung der PädagogInnen

Vor Gruppen zu sprechen ist immer auch eine Herausforderung für die Stimme. Nicht immer steht ein Mikrophon zur Verfügung, auch wenn die Gruppengröße es erfordern würde. Besonders PädagogInnen, die dies täglich erleben, landen häufig erst nach einem langen Leidensweg beim Stimmtraining oder in der logopädischen Praxis: Die Stimme ist heiser, brüchig, das Sprechen anstrengend, ermüdend und belastend. Die Leistungsfähigkeit der Stimme ist eingeschränkt. Mit einer Stimme, der es an Tragfähigkeit und Durchsetzungsvermögen mangelt, werden die ZuhörerInnen nicht (mehr) erreicht.

Das „überlebensnotwendige“ Instrument der PädagogInnen – die Stimme – ist im Begriff verloren zu gehen oder bereits verloren. Vergessen Sie nicht: Ihre Stimme ist Ihr wichtigstes Instrument! Sie ist der Träger von Inhalten und der Hersteller von Beziehung. Eine funktionierende, optimierte Stimme kann ein „Energie-Geber“ sein, genauso wie eine belastete, nicht funktionierende Stimme (wiederkehrende Heiserkeit, Schmerzen im Hals, Knödelgefühl, …) „Energien“ abziehen kann.

Stimmtipps für Vortragende und PädagogInnen

1. Aufmerksamkeit schaffen

Der Lärmpegel im Klassenzimmer kann sehr hoch werden (ungünstige Akustik, herausfordernde Klassen), wodurch Ihre Stimme in Mitleidenschaft gezogen wird. Eine sinnvolle Variante zur Schonung der Stimme ist, an Stelle des Sprechens ein anderes „Aufmerksamkeits-Signal“ mit den SchülerInnen zu vereinbaren – wie z. B. das Erklingen eines Gongs oder einer Klangschale (einen weichen Klöppel benutzen!).

2. Warming up für die Stimme

Die Stimme von PädagogInnen wird im Schulalltag in hohem Maße beansprucht und braucht Vorbereitung und Lockerung, um gut zu funktionieren. Nehmen Sie sich am Beginn des Schultages oder der Stunde 3 bis 5 Minuten Zeit und machen Sie gemeinsam mit den SchülerInnen ein Warming up mit Spaßfaktor! So haben Sie als Lehrkraft ein tägliches Training für sich – und auch die SchülerInnen profitieren davon!

3. Bodenhaftung

Die Sprechstimme funktioniert am besten, wenn wir eine ausgewogene Haltung einnehmen. Eine Grundvoraussetzung dafür ist ein guter Bodenkontakt der Füße – sowohl im Sitzen als auch im Stehen. Nehmen Sie vor dem Sprechen bewusst einen lockeren Stand mit gleichmäßiger Gewichtsverteilung ein und animieren Sie zugleich Ihre SchülerInnen zu mehr „Bodenhaftung“ bevor sie sprechen. Durch die Aufrichtung entwickelt sich nach dem Embodiment-Prinzip auch ein selbstbewussteres Gefühl beim Kommunizieren. Eine wertvolle Motivation für die SchülerInnen!

4. Stimmökonomie: Rufen statt schreien

Ökonomisch laut werden! Wenn es sein muss: Trichter vor dem Mund bilden, Rufen statt schreien, Vokale mehr betonen und dehnen (Haaaaaalloooooooo…) und nicht durchgehen rufen, sondern wie eine Sirene auf- und abschwellende Töne produzieren. Das wirkt insgesamt lauter und schont die Stimmbänder.

5. Summen

Trainieren Sie Ihre Stimme, denn trainierte Stimmen halten mehr aus. Das ist wie im Sport. Stimmbänder werden kräftiger, wenn sie regelmäßig und gezielt trainiert werden. Tägliches Ausdauer- und Krafttraining bringt mehr Stimmvolumen und beugt Heiserkeit vor.

Singen und summen Sie im Alltag und in den Pausen immer wieder leise vor sich hin – mit locker aufeinander gelegten Lippen. Die Lippen sollen dabei leicht vibrieren. „Mmmm“ in verschiedenen Tonhöhen.

6. Stimmpflege

In die Werkzeugbox für die Schule gehören als Standardausrüstung eine Trinkflasche mit Wasser oder Kräutertee – möglichst dünn, Lutschpastillen (zur Not auch Gummibärchen), ein Woll- oder Seidenschal (gegen Zugluft).

In die Notfallbox beim ersten Anzeichen von Halskratzen und Stimmschwäche empfehlen wir die homöopathischen Globuli Arum Triphyllium D 30. Fünf Globuli in einem Glas Wasser auflösen und alle fünfzehn Minuten einen Schluck trinken. Ein weiterer Notfallkitt – eine Tasse heiße Milch und 10-20 Emserpastillen darin auflösen (ohne Menthol) und schluckweise trinken. Beides sind absolute Notfallmaßnahmen für etwa fünf Unterrichtsstunden.

Vorsicht: Zu viel Kaffee, Cola und Energy Drinks schaden der Stimme.

 

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Barbara Blagusz

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