Energie & Umwelt

Strom sparen: einfacher als gedacht

Dämmung, Fenster, Türen, Gebäudesanierung

Strom sparen hat, einer Umfrage der Deutschen Energie-Agentur (dena) zufolge, für sieben von zehn deutschen Verbrauchern höchste Priorität. Allerdings nur knapp die Hälfte unterimmt aktiv etwas, um Strom- respektive Energiekosten einzusparen. Dabei lässt sich bereits mit kleinen Maßnahmen viel bewirken. Und selbst falls man größere Investitionen tätigen muss, lohnen sich diese schneller, als gemeinhin vermutet wird, wie das Beispiel Gebäudesanierung zeigt.

Kleine Veränderungen haben große Wirkungen

Die Schweiker Gruppe, einer der größten Produzenten für Fenster und Türen, bringt es auf ihrer Internetpräsenz, www.schweiker.de, auf den Punkt: „mehr als ein Drittel des vermeidbaren Wärmeverlustes geht in älteren Häusern in der Regel auf das Konto der Fenster.“ Bedenkt man, dass sich bei einer Nachtspeicherheizung Kosten und Verbrauch, zum Beispiel für ein typisches Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern, bei 3.940 Euro im Jahr einpendeln, ist es kaum verwunderlich, dass laut dena im letzten Jahr 70 Prozent der Verbraucher am Thema Strom sparen sehr interessiert waren.

Allerdings zeigt die dena-Umfrage auch: nur jeder Zweite hat im zweiten Halbjahr 2015 aktiv etwas unternommen, um Strom und damit Energiekosten einzusparen. Dabei bieten sich hierzu zahlreiche Möglichkeiten. Berechnungen der dena zufolge kann eine vierköpfige Familie nur durch geringfügige Anpassung ihrer Alltagsroutine, beispielsweise in Bezug auf den Gebrauch von PCs, Laptops & Co. jährlich bis zu 480 Euro Stromkosten einsparen. „Fotos hochladen, gleichzeitig mit der Spielekonsole entspannen, nebenbei läuft der Fernseher: Hierbei Strom effizienter zu verbrauchen, ist einfach. Kleine Veränderungen haben vor allem im Alltag oft eine große Wirkung“, erklärt Annegret-Cl. Agricola, Bereichsleiterin Energiesysteme und Energiedienstleistungen der Deutschen Energie-Agentur (dena).

Gebäudesanierung hilft ebenfalls beim Strom sparen

Wie bereits erwähnt, geht ein Drittel des vermeidbaren Wärmeverlustes auf das Konto undichter Türen und Fenster. Nicht umsonst erhofften sich, einer Umfrage von LBS Research zufolge, 43 der privaten Immobilienbesitzer, die sich für eine Gebäudesanierung entschieden haben, damit Energiekosten einzusparen. Und das wohl auch nicht ganz zu Unrecht. So hat das ZNES, das Zentrum für nachhaltige Energiesysteme, ausgerechnet, ab wann energetische Gebäudesanierung sowohl für Immobilienbesitzer als auch den Staat lukrativ ist.

Die Berechnungen zeigen: Auf die deutsche Volkswirtschaft kommen bis zum Jahr 2050 energetische Mehrkosten in Höhe von 237 Milliarden Euro zu. Dem stehen Einsparpotenziale, etwa durch Strom sparen, in Höhe von 361 Milliarden Euro gegenüber. Summa Summarum ergibt sich daraus ein volkswirtschaftlicher Gesamtgewinn in Höhe von 124 Milliarden Euro.

Dabei bietet der Alltag auch hier zahlreiche Möglichkeiten, durch kleine Veränderungen große Erfolge beim Strom sparen zu erzielen. Zum Beispiel:

Das Anbringen einer Reflexionsschicht aus Aluminium hinter den Heizkörpern. Heizkörper geben ein Teil ihrer Wärme an die Heizungswand ab. Durch die Reflexionsschicht wird ein großer Teil dieser Wärme wieder in den Raum zurück geführt.

Dämmung, Fenster, Türen, Gebäudesanierung
In Sachen Gebäudesanierung bieten sich durch moderne Fenster und Türen enorme Einsparpotenziale. (Bild: Sam X / unsplash.com)

Vorhänge, Jalousien, Rollos, Klapp- oder Rollläden für die Wärmedämmung nutzen. Wer abends seine Fenster schließt, schützt sich nicht nur vor neugierigen blicken, sondern vermeidet auch unnötige Energieverluste. Denn dadurch schaffen Sie ein Luftpolster von mehr oder weniger stehender Luft, welches wie eine Dämmschicht wirkt.

Dämmen der Rohrleitungen. Heizungsrohre, die durch nicht geheizte Räume führen, sollten gedämmt werden. Dabei sollte die Dämmung mindestens so stark sein wie die Rohre selbst.

Abgenutze Gummidichtungen austauschen. Bei Fenstern nutzen sich vor allem die Gummidichtungen unbemerkt ab. Diese sollten spätestens nach 15 Jahren ausgetauscht werden.

Christoph Schroeder

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