Energiepolitik

Stromkosten: Liste der 979 in 2012 von der EEG-Umlage befreiten Unternehmen

Die erneute Erhöhung der EEG-Umlage zur Finanzierung der Energiewende hat eine breite Debatte um die Gerechtigkeit der Kostenverteilung ausgelöst

Anlässlich der am 15. Oktober 2012 veröffentlichten Erhöhung der EEG-Umlage von aktuell 3,6  Cent pro Kilowattstunde (kWh) auf 5,277  Cent/kWh Strom für 2013 hatte der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) bereits klargestellt, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht der wesentliche Treiber für steigende Strompreise sei. „Nicht einmal die Hälfte der Umlage für das kommende Jahr geht auf die reinen Förderkosten für 2013 zurück“, so BEE-Präsident Dietmar Schütz. Der Rest der EEG-Umlage diene vor allem einer immer stärker ausgeweiteten Industrieförderung, sowie der Kompensation sinkender Strompreise an der Börse und dem nachträglichen Ausgleich zu geringer Einnahmen im Jahr 2012. Die preissenkenden Effekte der Erneuerbaren Energien werden allerdings bislang nicht an die Privatkunden weitergegeben.

So betrug laut dem BEE der durchschnittliche Spotmarktpreis in den ersten drei Quartalen 2012 nur noch rund 4,3 Cent/kWh gegenüber 5,1 Cent/kWh im Vorjahreszeitraum. Würden die Stromversorger nun ihre gesunkenen Einkaufspreise der letzten Jahre an die Privatkunden weitergeben, läge der aktuelle Strompreis für die Privathaushalte um rund 2 Cent/kWh niedriger. „Der kommende Anstieg der EEG-Umlage wäre damit mehr als ausgeglichen“, kommentierte Dietmar Schütz.

Allein auf die Industrieförderung entfällt nach Berechnungen des BEE ein Anteil an der EEG-Umlage 2013 von 1,3 Cent/kWh – immerhin ein Viertel des Gesamtbetrages und rund 0,3 Cent mehr als in diesem Jahr. „Wenn die Bundesregierung eine Industrieförderung in dieser Größenordnung für notwendig hält, muss sie dafür andere Instrumente wählen als ausgerechnet die Stromrechnung der Verbraucher“, fordert BEE-Geschäftsführer Harald Uphoff. Die reinen Förderkosten für den Ausbau der klima- und ressourcenschonenden Erneuerbaren Energien erhöhen sich im nächsten Jahr lediglich um 0,2 Cent/kWh auf 2,3 Cent/kWh.

Laut Greenpeace trägt die Industrie derzeit aufgrund zahlreicher Vergünstigungen nur 0,3% der Kosten der Energiewende, verbraucht aber 18% des Stroms – die Kosten zahlen in erster Linie die Haushalte und der Mittelstand. Würden die Kosten gerecht verteilt, könnte laut einer Studie des Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag von Greenpeace die EEG-Umlage bereits in diesem Jahr auf 2,2 Cent gesenkt werden und im nächsten Jahr sogar unter diesem Wert liegen – anstatt auf über fünf Cent anzusteigen.

Liste der 979 von der EEG-Umlage befreiten Unternehmen und Unternehmensteile

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat eine Exel-Tabelle herausgegeben, in der alle derzeit 979 durch die „besondere Ausgleichsregelung“ von der EEG-Umlage befreiten Abnahmestellen (Unternehmen und Unternehmensteile) aufgelistet sind. Die Tabelle lässt sich alphabetisch, nach Branchen, nach Bundesländern oder nach der Postleitzahl gliedern. Die Liste der Unternehmen ist auf der Website des BAFA zum Download eingestellt.

(mb)

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Weiterführende Beiträge:

– „Energiewende absurd“ – TV-Reportage von Report Mainz (05:56 min)

Hintergrundpapier zur Umlage-Berechnung des BEE

Soziale Folgen der EEG-Umlage abfedern – DIW-Kurzstudie und Maßnahmenkatalog

EEG Befreiungen im Zwielicht – Zusammenfassung vom Bund der Energieverbraucher e.V.

Marc Brümmer

2 Kommentare zu “Stromkosten: Liste der 979 in 2012 von der EEG-Umlage befreiten Unternehmen

  1. Die Liste der BAFA zeigt auf ihrer Liste nur ganz wenige total von der EEG Umlage befreite Unternehmen. Die meisten genannten Unternehmen haben nur eine ermäßigte EEG Umlage.
    Das EEG regelt: Bis 1 GWh Stromverbrauch pro Abnahmestelle zahlt jeder die volle EEG Umlage.
    Von 1bis 10 GWh zahlt ein Unternehmen nur 10% der EEG Umlage, wenn es folgende Kriterien erfüllt:
    A) es produziert ( ist kein Händler, keine Versicherung, keine Bank)
    B) es exportiert wesentliche Anteil seiner Produktion
    C) die Stromkosten machen einen wesentlichen Teil seiner Wertschöpfung aus (Stromkosten>14% der Wertschöpfung)
    D) Es weist nach, dass es seinen Energieverbrauch im Griff hat
    Verbraucht das Unternehmen mehr als 10GWh -gilt die Regelung für die Unternehmen bis 10GWh plus zusätzlich:
    E) das Unternehmen weist ein Energiemanagementsystem mit Zertifikat nach und spart nachweislich mehr als 1,5% Energie pro Jahr jeweils vom Vorjahresverbrauch
    Dann zahlt es für den Strom, der 10 GWh übersteigt nur 0,005€/KWh EEG Umlage. Ein Unternehmen mit 20GWh Stromverbrauch zahlt also mindestens: 148tsd € EEG Umlage bei einer Wertschöpfung von maximal 1.006 Mio €. Würde das Unternehmen die EEG Umlage voll zahlen, wäre es 1,035 Mio € los oder 98% seiner Wertschöpfung. Mit der Folge: das Unternehmen müßte schließen oder ins Ausland abwandern. Nur Unternehmen über 100KWh Stromverbrauch p.a. und Standort können sich zu 100% befreien lassen von der EEG Umlage.

  2. Die staatlich legitimierten Abzockerbanden endgültig stoppen!

    Zum Status quo der Strompreisabzockerei

    Durch die gewaltige Erhöhung der EEG-Umlage gibt es nun Steuer-Mehreinnahmen von 3.4 Milliarden für den Staat! Diese Frechheit ist eigentlich nicht mehr zu überbieten, denn, dass man für Zwangs-Gebühren, die keinerlei Dienstleistung für die Verbraucher darstellen noch mal die Mehrwertsteuer zu kassieren, ist kriminell und widerspricht jederlei rechtstaatlichen Prinzipien!

    Es ist an der Zeit, dass das Volk gegen diesen Parasitenstaat, Widerstand leistet und dem etablierten Parteiengesockse bei den Wahlen die Macht entzieht! Diese Murks-Regierung unter dem absoluten und volksfeindlichen Merkelismus ist nicht mehr für die Bürger tragbar. Die Bürger werden staatlicherseits immer mehr enteignet und die Laber-Kanzlerin verspricht und bricht ständig ihr Wort. So auch: „Strom muss bezahlbar bleiben“ usw., usw. Wenn man die sogenannte Bundesnetzagentur unter die Lupe nimmt, die immer mehr nach dem Gießkannenprinzip verfährt und nicht wie geplant, NUR die energieintensiven, wettbewerbsabhängigen Wirtschaftszweige vom Netzentgelt und der EEG-Umlage befreit hat, kommt man zum Speien! Denn mittlerweile werden Behörden, Versicherungsgesellschaften, Golfplatzbetreiber und viele Andere, die eigentlich gar nichts produzieren und auch keinen internationalen Wettbewerb unterliegen, von diesen Gebührenumlagen befreit. Fazit: Die Bundesnetzagentur ist ein unfähiger selbstgefälliger Moloch, und gehört abgeschafft! Diese vom Steuerzahler finanzierte Institution hat bereits jeden vernünftigen Einfluss für eine gerechte Netzentgeltgestaltung, seit dem fatalen verbraucherfeindlichen Düsseldorfer Gerichtsurteil verloren. Fakt ist: Dieser Parasiten-Staat frisst den Mittelstand auf und füttert dafür die Energielobbyisten noch mehr an!

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