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„stundenbuch – Zeiten für Einkehr“: 1. Woche – Montag

… von Ulrich B Wagner aus seinem "stundenbuch – Zeiten der Einkehr – 1. Woche – Kairos und Chronos auf der Suche nach der verlorenen Zeit".

Nach dem ersten Tag, gestern, dem Sonntag, folgt heute:

Montag

Tempus fugit

Die Zeit entrinnt?
Die Zeit entflieht?
Die Zeit verfließt?

Fügt sich die Zeit?

Oder öffnet sie sich gar
und schmiegt sich wandelnd mir an?

                                      (Ulrich B Wagner)

 

Am Morgen

Nur dem Anschein nach ist die Zeit ein Fluss.
Sie ist eher eine grenzenlose Landschaft, und was sich bewegt,
ist das Auge des Betrachters.
                                                            (Thornton Wilder)

Wer hat wen an dieser Stelle möchte ich sie gerne hier Fragen. Hat sie die chronische Zeit schon längst im Würgegriff und treibt sie wie ein unlenkbares Segelschiff durch die Gezeiten oder haben sie sich noch das Gefühl für die „wahre Zeit“ retten können?

Halten sie einmal kurz inne bei ihrem Gang durch den heutigen Vormittag und versuchen sie ihre Aufmerksamkeit auf ihr Zeitgefühl und auf ihr ganz persönliches Empfinden der Zeit zu lenken.

Wie empfinden sie die Zeit?

Gelingt es ihnen sich ihre Zeit als grenzenlose Landschaft vorzustellen, als Raum voller Möglichkeiten, die sich ihnen bieten, also als offener Möglichkeitsraum?

Oder erscheint ihnen die ihre Zeit doch eher zerstückelt, fragmentarisch und künstlich zu einer Gelee artigen Masse zusammengepresst, die sich unerbärmlich ihrer Person bemächtigt?

Versuchen sie es sich zu beschreiben. Wählen sie hierzu andere Symbole als bisher. Vermeiden sie durch den Verstand geführte Beschreibungen, sondern versuchen sie ihr Gefühl in Farben, Geräuschen oder einer Bildsprache auszudrücken.

Welche Farbe hat ihr Zeitempfinden gerade in diesem Moment und wie fühlt es sich an: positiv oder negativ?

Versuchen sie sobald sie einen passenden Ausdruck ihrer Empfindung gefunden haben, den jeweiligen Komplementär hierzu zu finden.

Denken sie jedoch bitte jederzeit bei ihrem Gang durch den Tag daran:

Die Zeit ist kein qualitätsloser, leerer Raum, sondern ein ZEITRAUM der seine eigene Qualität und Möglichkeiten besitzt.

Auch wenn die tickenden Chronometer und chronisch überfüllten Terminkalender die Illusion beflügeln, die Zeit wäre ein leerer Raum, der nach eigenen Gutdünken mit menschlichen Projekten gefüllt werden kann.

Natürlich mag dies zu einem gewissen Grade lebensnotwendig sein. Doch bedenken sie die Projektarbeit kann die Sensibilität für jene Zeiten schmälern, die ihre eigene Fülle haben.

Kann man gleichzeitig mit einer geliebten Person Frühstücken, Zeitung lesen und Fernsehen? Bestimmt, genauso gut wie man bei der Bewältigung einer aufmerksamkeitsintensiven Tätigkeit zugleich E-Mails und Telefonate verstehen und richtig beantworten kann….

Gewiss kann man auch auf Trauerfeiern tanzen und auf Geburtstagen fasten und traurig sein. Aber wer so unzeitgemäß lebt, lebt sozusagen neben dem Leben und verliert jede Empfindung für die wahre Zeit.

Im Angesicht der chronischen Zeit, der hektischen Zeit lautet die Frage: Womit fülle ich sie aus? Was sind meine Aufgaben? Angesichts der wahren Zeit, des entscheidenden Augenblicks bietet sich dagegen die Frage an:

Was ist jetzt an der Zeit?

Wofür nimmt mich der Augenblick in Anspruch?

Denken sie bitte heute daran und versuchen sie bewusst mittels dieser beiden Fragen ihre Augen aufmerksam durch diese grenzenlose Landschaft namens Zeit wandern zu lassen.

 

Am Mittag

„…Nichts ist vollkommen seufzte der Fuchs. Aber der Fuchs kam auf seinen Gedanken zurück: „Mein Leben ist eintönig. Ich jage Hühner, die Menschen jagen mich. Alle Hühner gleichen einander und alle Menschen gleichen einander, Ich langweile mich also ein wenig. Aber wenn du mich zähmst, wird mein Leben wie durchsonnt sein. Ich werde den Klang deines Schrittes kennen, der sich von allen andern unterscheidet. Die anderen Schritte jagen mich unter die Erde. Der deine wird mich wie Musik aus dem Bau locken. Und dann schau! Du siehst da drüben die Weizenfelder? Ich esse kein Brot. Für mich ist der Weizen zwecklos. Die Weizenfelder erinnern mich an nichts. Und das ist traurig. Aber du hast weizenblondes Haar. Oh, es wird für mich wunderbar sein, wenn du mich einmal gezähmt hast! Das Gold der Weizenfelder wird mich an dich erinnern. Und ich werde das Rauschen des Windes im Getreide liebgewinnen.“

Der Fuchs verstummte und schaute den kleinen Prinzen lange an:
„Bitte ….. zähme mich!“ sagte er.

„Ich möchte wohl“, antwortete der kleine Prinz, “aber ich habe nicht viel Zeit. Ich muss Freunde finden und viele Dinge kennenlernen.“

„Man kennt nur die Dinge, die man zähmt“, sagte der Fuchs. „Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgendetwas kennenzulernen.“ Sie kaufen sich alles fertig in den Geschäften. Aber da es keine Kaufleute für Freunde gibt, haben die Leute keine Freunde mehr. Wenn du einen Freund willst, so zähme mich.“

Was muss ich da tun?, sagte der kleine Prinz.

„Du musst sehr geduldig sein“, antwortete der Fuchs. „Du setzt dich zuerst ein wenig abseits ins Gras. Ich werde dich so verstohlen, so aus dem Augenwinkel anschauen, und du wirst nichts sagen. Die Sprache ist die Quelle der Missverständnisse. Aber jeden Tag wirst du dich ein bisschen näher setzen können…“

Am nächsten Morgen kam der kleine Prinz zurück. „Es wäre besser gewesen, du wärst zur selben Stunde wiedergekommen“, sagte der Fuchs. „Wenn du zum Beispiel um vier Uhr nachmittags kommst, kann ich um drei Uhr anfangen, glücklich zu sein. Je mehr die Zeit vergeht, umso glücklicher werde ich mich fühlen. Um vier Uhr werde ich ich mich schon aufregen und beunruhigen; ich werde erfahren wie teuer das Glück ist. Wenn du aber irgendwann kommst, kann ich nie wissen, wann mein Herz da sein soll…. Es muss feste Bräuche geben.“

„Was heißt fester Brauch“, fragte der kleine Prinz.

„Auch etwas in Vergessenheit geratenes“, sagte der Fuchs. „Es ist das, was einen Tag vom anderen unterscheidet, eine Stunde von der anderen. Es gibt zum Beispiel einen Brauch bei meinen Jägern. Sie tanzen am Donnerstag mit den Mädchen des Dorfes. Daher ist der Donnerstag der wunderbare Tag. Ich gehe bis zum Weinberg spazieren. Wenn die Jäger irgendwann einmal zum Tanzen gingen, wären die Tage alle gleich und ich hätte niemals Ferien.“

So machte denn der kleine Prinz den Fuchs mit sich vertraut. Und als die Stunde des Abschieds nahe war:

Ach sagte der Fuchs, „ich werde weinen.“

„Das ist deine Schuld“, sagte der kleine Prinz, „ich wünschte dir nichts Übles, aber du hast gewollt, dass ich dich zähme…“

„Gewiss“, sagte der Fuchs.
„Aber nun wirst du weinen!“ sagte der kleine Prinz
„Bestimmt“, sagte der Fuchs
„So hast du also nichts gewonnen!“
„Ich habe“, sagte der Fuchs, „die Farbe des Weizens gewonnen“

 

Am Abend

Das Eräugnis

Ich möchte an dieser Stelle auf einige, bereits gemeinsam begonnenen Überlegungen zurückkommen und auch hier kann es von Bedeutung sein, wie wir das zurückkommen auf etwas für uns deuten, interpretieren und damit in unseren Lebensfluss einordnen. Wenn ich an dieser Stelle von Zurückkommen spreche, so ist es kein Zurückgehen, kein Wenden des Kopfes nach hinten, kein Rücksehen, woher auch das Wort Rücksicht sich ableitet und seinen freiheitsraubenden Beigeschmack im Gegensatz zum Mitfühlen (sowohl für den, der Zurücksieht, als auch für den auf den Zurückgesehen wird) erhält, sondern eher ein Nachläuten, ein bewusstes Aufnehmen des Nachklangs.

Doch nun zurück unserem Thema der wahren Zeit. Was ist sie uns? Wie ist es ihnen entgangen heute am zweiten Tag ihres Erlebens mit dem Stundenbuch. Ist es Ihnen gelungen, von Zeit zu Zeit einmal aufzublicken von ihrer Alltagsbeschäftigung und zu erkennen, zu erfühlen wo Sie sich gerade auf ihrem Lebensstrom befinden? Handke übersetzt in seinem Versuch über den geglückten Tag das Wort Lesen in den Paulus Briefen mit einem Auf-Blicken, einem Hinauf-Wahrnehmen, einem Hinauf-Erkennen. In diesen Bedeutungsschwingungen können sie vielleicht mit ein wenig Geduld beim Lesen der folgenden Zeilen in sich selbst etwas Neues erkennen. Denn gerade in diesen Kairos-Momenten des bewussten Sehens und Hinauf-Wahrnehmens wird vieles vorher noch schleierhafte begreifbar.

Du musst sehr geduldig sein, sprach der Fuchs zum kleinen Prinzen. Du wirst dich zuerst ein wenig abseits von mir ins Gras setzen. Ich werde dich verstohlen, so aus dem Augenwinkel anschauen, und du wirst nichts sagen.

Die wahre Zeit geht sie uns dadurch verloren, dass wir nicht schnell genug waren, den alles entscheidenden Augenblick womöglich gar verschlafen haben? Oder ist es gerade das Gegenteil, die Hyperaktivität, das Zwingen der Zeit, des Tages, die uns das Wahrnehmen der wahren Zeit nicht gelingen lässt? Die Beschäftigung mit den Projekten, den vorausgeplanten, eingeteilten und bereits im Kopf vorgelebten Tagessequenzen und das planende Verfügen und Zwingen der Zukunft lässt gar keinen Platz für das Unverfügbare.

Sei still, rät der Fuchs. Denn erst in der Stille beginnt man wahrhaftig zu hören. Erst wenn die Sprache verstummt, beginnt man zu sehen.

Denken Sie immer daran:

Die wahre Zeit ist ein Ereignis und kein Event

Die Herkunft des Wortes Ereignis aus dem Mittelhochdeutschen ERÄUGNIS zeigt uns, der Kairos ist für das sehende Auge gemacht und nicht für die Aktion.

Auch unsere Zeiteinteilung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft könnte uns hier vielleicht nochmals von Interesse werden.

Ich hatte an anderer Stelle schon einmal von der Zirkularität der Zeit, der eingeschränkten Offenheit dem Gegenwärtigen gegenüber. Unsere Wahrnehmung des Gegenwärtigen ist immer eine mehr oder weniger durch die Vergangenheit und Zukunft eingefärbte Deutung des Gegenwärtigen. Diese Deutung wirkt sich auf das Gesamtkonstrukt Zeit aus, und das Gesamte prägt wiederum das Erleben des Jetzt. Für das Überleben des Menschen ist dies eine wichtige Funktion, da wir ansonsten immer wieder alles neu erkennen und einordnen müssten. Aber wie leider bei allem im Leben, gibt es auch Nebenwirkungen. Ein zuviel des Guten kann das Gegenteil des Ganzen bewirken, wenn wir uns dieser Funktion unseres Geistes nicht bewusst sind.

Ich, mit meinen Besonderheiten und meiner Einzigartigkeit, konstruiere jeden Tag, ob ich es nun will oder nicht, meine ganze eigene Wirklichkeit, da es meine subjektiven Deutungsschemata sind, die mich sowohl das auswählen lassen, was ich in den Blickwinkel meiner Aufmerksamkeit einlasse, sowie auch wie lange und wie offen und konzentriert ich mich damit auseinandersetze. Ein schönes Beispiel ist hier immer die Mannigfaltigkeit der Beschreibungen eines Unfallhergangs durch eine Reihe von Beobachtern. Alle befinden sich zwar objektiv am selben Ort, doch ihre Wahrnehmung des Geschehenen differiert mal mehr oder weniger.

 

Wir können diese naturgegebene Form der Wahrnehmung jedoch steuern, in dem wir uns dessen bewusst werden, wie und mit welchen Mechanismen wir uns die Welt vergegenwärtigen. Gegenwart ist ein Ausdruck der achtsamen Anwesenheit, es geschieht gerade hier und jetzt, in diesem Moment. Aber auch der oder das Andere sind in dem Wort Gegenwart schon verborgen. Beim Vergegenwärtigen gibt es immer auch das Gegenüber, andere Anwesende. Die Frage ist nur wer ist anwesend und wenn habe ich wirklich hierzu eingeladen?

Neben den tatsächlich Anwesenden können dies jedoch weitere imaginäre Anwesende sein, die mein Vergegenwärtigen bevölkern, sich hierin einrichten und dadurch die Richtung des Stroms der Wahrnehmung maßgeblich beeinflussen. Die Zeit heilt alle Wunden, hat in seiner Grundtendenz dieses verinnerlicht. Da meine Deutung des Gegenwärtigen immer subjektiv ist und durch die anderen Repräsentanten aus Vergangenheit und Zukunft überlagert ist, drückt sich hier die Hoffnung aus, das bei einem erneuten Blick auf das Geschehen die Deutung schließlich anders ausfällt, da einige der Richtung weisenden Anwesenden mittlerweile verschwunden sind.

Warum jedoch nicht bewusst im Vorfeld hierauf achten? Da sie ja selbst hoffentlich Herr oder Frau in ihrem eigen Haus sind, können sie sich auch die Besucher aussuchen und zu ihrem gegenwärtigen Erkennen auch die Repräsentanten einladen oder auch nicht einladen, die sie wollen. Schön werden sie vielleicht einwenden, was aber wenn die Herrschaften stärker sind, resistent und renitent zugleich? Kein Grund der Verzweiflung, es ist wie bei allem ungewohnten und unbekannten. Das Wissen über die Funktionsweise des Ganzen ändert zwar noch nichts an der Tatsache an sich, kann uns aber beim nächsten Mal gute Dienste leisten. Schauen sie es doch einmal so an: Die Repräsentanten, Gedanken, Vorstellungen oder wie sie es auch immer nennen wollen, aus welchem Winkel sie nun auch immer kommen mögen, aus der Vergangenheit oder Zukunft sind erst einmal da. Richtig. Aber müssen sie das auch? Bleiben sie gerade deswegen, da ich ihnen soviel Aufmerksamkeit und Liebe schenke – man kann auch liebevoll seltsamerweise zu Negativem sein – ihnen den Platz in meiner Gegenwart so angenehm gestalte und ihnen noch mehr Einladungen zum Ausbreiten ausspreche? Sie können einen unliebsamen Gast in das Zentrum ihrer Aufmerksamkeit stellen, ihm die Gestaltung ihrer Party überlassen oder auch nicht. Nur beschweren sie sich später nicht, dass ihnen das Ganze nicht gefallen hat. Es waren nämlich noch bestimmt Andere da, für die hatten sie jedoch gerade keine Zeit und Aufmerksamkeit. Wie sollten sie auch offen sein, wenn der der dem sie so unversehen den Platz angeboten haben, es sich nunmehr mitten auf ihrem Gesicht bequem gemacht hat und ihnen die Sicht versperrt.

Lasse ich mich zeitigen, indem ich geduldig, offen und aufmerksam durch mein gegenwärtiges Leben marschiere oder haben meinen Erinnerungen der Vergangenheit (mein Gram, die Scham, die Kränkungen und unerfüllten Hoffnungen) das Ruder übernommen und lenken mein Erleben des gerade vor mir Liegenden? Oder ist es der der Bruder Zukunft mit seinem Kommenden, der mich das Erkennen des gerade Verfügbaren im wahrsten Sinne des Wortes vermasselt? Haben sie sich heute unsere beiden Fragen gestellt?

Was ist jetzt an der Zeit?

Wofür nimmt mich der Augenblick in Anspruch?

Zeitige mich. Ein Aufforderung ohne Erwartung, eher ein Rückmeldung des inneren Zustands, der Bereitschaft zuzulassen. Ich empfinde für das kleine und selten reflektierte deutsche Wort "Lassen" eine besondere Liebe, denn es trägt vieles, das mir im Laufe der Zeit immer bedeutsamer geworden ist. Eine Form der Demut, die uns in unserer hyperaktiven Zeit immer mehr aus den Augen entweicht. Ein Zulassen, ein Loslassen, ein Geschehen lassen. Du hast mich verführt und ich habe es zugelassen. Eine wunderschöne Formulierung, wenn wir sie positiven Auges betrachten. Hier haben wir es nicht mit einem passiven sich Ausliefern zu tun, sondern einem Überlassen, einem Öffnen des eigenen Geistes einem Anderen gegenüber. Ich schenke dem gerade Geschehenden Platz, Raum sich ausbreiten zu dürfen, es sich nach eigenem Empfinden auszubreiten, um selbst darin auf Entdeckungsreise zu gehen.

 

Dieses Zulassen und Loslassen trägt zwei sehr wichtige Feststellungen in sich, weder dem Vergangenen, noch dem Zukünftigen soll hier Raum geschenkt werden mit all den Erwartungen und oder Wünschen, sondern es wird eine Offenheit markiert, ja eine Verletzlichkeit, ein neuer Raum, ein freier Raum wird in der eigenen Wahrnehmung, in der Seele des Sehenden geöffnet. Es ist dieses Überlassen in Vertrauen und Zutrauen dem Geschehenden gegenüber, das nicht fordert, sondern freudig aufnimmt was sich gegenwärtig vor dem sehenden Augen befindet, ausbreitet und, in dem wir es Raum, Aufmerksamkeit und Geduld schenken, auch ausbreiten kann.

Die Zeit ist eine grenzenlose Landschaft, und was sich bewegt ist das Auge des Betrachters hatte ich ihnen am heutigen Morgen als Überlegung mitgegeben. Ja sie kann es sein, wenn wir unsere Erwartungen, Enttäuschungen und alle anderen unzeitgemäßen Repräsentanten des Vergangenen und des zukünftigen im Zaum zu halten im Stande sind.

Geduld, Barmherzigkeit und ein wenig Liebe uns selbst gegenüber mögen hier Wunder bewirken oder wie Augustin zu sagen pflegte:

Ama, et fac quod vis! Liebe, und mache (dann) was du willst!

In der Nacht

… Der kleine Prinz ging, die Rosen wieder zu sehn: „Ihr gleicht meiner Rose gar nicht, ihr seid noch nichts.“, sagte er zu ihnen: „Niemand hat sich euch vertraut gemacht, und auch ihr habt euch niemanden vertraut gemacht. Ihr seid wie mein Fuchs war. Der war nichts als ein Fuchs wie hunderttausend andere. Aber ich habe ihn zu meinem Freund gemacht, und jetzt ist er einzig in der der Welt.“ Und die Rosen waren sehr beschämt. „Ihr seid schön, aber ihr seid leer“, sagte er noch. Man kann für euch nicht sterben. Gewiss ein Irgendwer, der vorübergeht, könnte glauben, meine Rose, ähnle euch. Aber in sich selbst ist sie wichtiger als ihr alle, da sie es ist, die ich begossen habe. Da sie es ist, die ich unter den Glassturz gestellt habe. Da sie es ist, die ich mit dem Wandschirm geschützt habe. Da sie es ist, deren Raupen ich getötet habe (außer den zwei oder drei um der Schmetterlinge willen). Da sie es ist, die ich klagen oder sich rühmen gehört habe oder auch manchmal schweigen. Da es meine Rose ist.“

Und er kam zum Fuchs zurück:
„Adieu“, sagte er
„Adieu“, sagte der Fuchs. „Hier mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar.“
„Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar“, wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.
„Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig.“
Die Zeit, die ich für meine Rose verloren habe….., sagte der kleine Prinz, um es sich zu merken.
„Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen“, sagte der Fuchs. „Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich…“
Ich bin für meine Rose verantwortlich…“, wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.

 

Zum Autor:

Ulrich B. Wagner, Jahrgang 1967, studierte Psychologie, Soziologie und Rechtswissenschaften an der Johann Wolfgang von Goethe Universität in Frankfurt am Main.

Er ist geschäftsführender Gesellschafter des Instituts für Kommunikation, Coaching und Managementberatung (ikcm) mit Sitz in Bad Homburg und Frankfurt am Main und gleichzeitig Dozent an der european school of design für Kommunikationstheorie sowie Werbe- und Konsumentenpsychologie.

Ulrich Wagner arbeitet als Managementberater und systemischer Coach mit den Schwerpunkten Business- und Personal Coaching, Kommunikations- und Rhetoriktrainings, Personalentwicklung, Begleitung von Veränderungsprozessen und hält regelmäßig Vorträge und Seminare.

Zu erreichen: via Website www.ikcm.de, via Mail uwagner@ikcm.de, via Xing, AGITANO-Expertenprofil und Facebook (Ulrich B Wagner).

 

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