Wirtschaft

S&P Chef geht – Abspaltung vom Mutterkonzern im Gespräch

Turbulente Zeiten bei der Führungsschicht der berühmt, berüchtigten Ratingagentur Standards & Poors. Deven Sharma, seit 2007 Präsident von S&P, will die Firma bis zum 12. September diesen Jahres verlassen. Der Grund dafür, sollen Umstrukturierungen innerhalb der Firma und Konflikte mit den Aktionären sein. Es hat den Anschein, als ob die zwei größten Teilhaber des Mutterkonzerns McGraw-Hill, der auch viele Fach- und Lehrbücher aber auch Magazine wie die „Business Week“ herausbringt, darauf drängen, S&P von dem Konzern abzuspalten. Dieser Schritt wäre unabdingbar, um die Neutralität der Ratingagentur zu garantieren. Die Ratingagentur Moodies wurde genau aus diesem Grund vor zehn Jahren aus dem Unternehmenszusammenschluss Dun & Bradstreet ausgegliedert.

Die Neutralität unter den Ratingagenturen steht allerdings immer noch in Frage. Moodies und S&P teilen sich einen Großteil ihrer Investoren und Aktionäre. Zusammen kontrollieren die beiden Unternehmen 80% des Marktes. Außerdem ermitteln die Amerikanischen Behörden aktuell gegen S&P, weil die Ratingagentur Hypothekenpapiere absichtlich überbewertet haben soll. Deshalb besitze sie eine Mitschuld an der US-Immobilienkrise 2007.

S&P war erst vor kurzem wegen der Abstufung der US-Bonität am 5. August harsch kritisiert worden. Durch die Abstufung entstand ein weltweites Chaos an den Börsen mit massiven Kurseinbrüchen. Der Rücktritt von Sharma soll aber schon vor der Herabstufung im Gespräch gewesen sein. Der neue Chef von S&P ist der Top-Manager und Geschäftsführer der Citibank Japan, Douglas Peterson.

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