Wirtschaft

Suzuki setzt VW im Scheidungskrieg eine Frist

Der japanische Autobauer Suzuki fordert von VW seine Anteile zurück. Im Rahmen einer Überkreuzbeteiligung hält VW 20% an dem viertgrößten Autohersteller Japans. Die Partnerschaft war im Januar 2009 eingegangen worden, für die Suzuki-Anteile hatte VW damals 1,7 Milliarden Euro gezahlt.

Suzuki wirft seinem deutschen Partner vor, den Kooperationsvertrag verletzt zu haben und will die Allianz beenden. VW habe Suzuki nicht wie vereinbart Zugang zu bestimmten Technologien gewährt. Für die Freigabe der Anteile hat Suzuki WV eine Frist von einem Jahr gesetzt (16. November 2012). Sollte VW die Anteile bis dahin nicht abgeben, werde Suzuki ein Verfahren einleiten.

VW sieht sich seinerseits zu Unrecht an den Pranger gestellt und will den 20-prozentigen Anteil an Suzuki behalten. Die Wolfsburger werfen ihrerseits den Japanern einen Vertragsbruch vor, weil Suzuki Dieselmotoren vom italienischen Erzrivalen Fiat bezogen habe. Hauptargument für eine Partnerschaft mit Suzuki war für VW jedoch der vergleichsweise hohe Marktanteil auf dem boomenden Automarkt Indiens. Die Suzuki-Tochter Maruti ist hier Branchenführerin. Volkswagen will offenbar zumindest verhindern, dass sich ein Konkurrent an den Japanern beteiligt und damit den bereits etablierten und begehrten Zugang zum indischen Milliardenmarkt erhält.

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