Technologie

Teilchenbeschleuniger LHC: bis Jahresende eine neue Physik

Der weltgrößte Teilchenbeschleuniger, der Large Hadron Collider des Cern, stößt Mitte November auf der Suche nach dem Higgs-Teilchen in bislang unbekanntes Terrain vor. Mit etwas Glück werde bis Jahresende eine „neue Physik“ entdeckt. Das gesuchte Higgs-Boson-Teilchen, auch als "Götterteilchen" bezeichnet, ermöglicht gemäß dem Standardmodell der Physik, dass Teilchen überhaupt eine Masse haben. Das Standardmodell erklärt allerdings lediglich vier bis fünf Prozent der Materie- und Energiedichte des Universums, der Rest ist als Dunkle Materie und Dunkle Energie lediglich theoretisch postuliert, aber bislang noch nicht nachgewiesen. Der immer leistungsfähigere LHC soll das nun ändern. Der Teilchenbeschleuniger musste 2009 nur 36 Stunden nach seiner Einweihung abgeschaltet und dann zwischen September 2008 und August 2009 repariert werden. Im November 2009 wurde dann der bisherige Leistungsrekord eines Teilchenbeschleunigers gebrochen. Bis März 2010 folgten stufenweise weitere Leistungsverbesserungen. Seit März dieses Jahres wurden schließlich zunächst alle bislang bekannten Elementarteilchen reproduziert. Nun soll ab Mitte November mit dem Alice-Programm Neuland betreten und Einblicke in den Zustand des Universums eine Mikrosekunde nach dem Urknall gewonnen werden. Hierfür werden extrem energiereiche Blei-Ionen zur Kollision gebracht, wodurch die Materie auf eine Temperatur erhitzt wird, die rund 100.000-mal so hoch ist wie diejenige im Innern der Sonne. Bei dieser Hitze verflüssigen sich die Atomkerne und es schmelzen die Neutronen und Protonen der Bleikerne. Die Forscher erhoffen sich von ihrer Grundlagenforschung bislang unbekannte Einblicke in den Aufbau der Materie.

 

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